Christine Lavant im Deutschlandfunk Kultur

© Wallstein Verlag

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Auch der Radiosender Deutschlandfunk Kultur nahm das Erscheinen des vierten Bandes zum Anlass um einen wunderbaren Beitrag über die Kärntner Dichterin zu gestalten. Den Artikel und den Beitrag zum Nachhören finden Sie hier:

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Sie sah sich sogar als lasterhaftes Hühnchen

Das Erscheinen des vierten und letzten Bandes der Werkausgabe nahm die Kleine Zeitung zum Anlass für das folgende doppelseitige, sehr aufschlussreiche Interview mit Klaus Amann, Gründer und langjährigem Leiter des Musil-Institutes und Mitherausgeber der Werkausgabe Christine Lavants.

Das Interview mit Klaus Amann

Mein ganz merkbares Glück

Plakat

© Hans Gasser

Unterdem Titel „Mein ganz merkbares Glück“ wurde der vierte und letzte Band der Werkausgabe „Christine Lavant – Erzählungen aus dem Nachlass“ im Mai im Stadttheater Klagenfurt präsentiert. Der fulminante Abend wurde musikalisch begleitet von Otto Lechner, die Lesung der bisher unveröffentlichten Texte Christine Lavants übernahm auf berührende und treffende Weise Anne Bennent. Das Bühnenbild für diesen Abend stammte von der Kärntner Künstlerin Bella Ban und beinhaltete die unten abgebildete Skulptur „Eine Annäherung an Christine Lavant. Kopf der Dichterin.“ (Bronze vergoldet in Vitrine).

 

© Bella Ban

Bühne

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Theater

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Christine Lavant – Erzählungen aus dem Nachlass

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Der vierte und abschließende Band der Werkausgabe enthält 15 Erzählungen aus dem Nachlass, die hier größtenteils erstmals gedruckt werden. Eine einzigartige Entdeckung.

Vierzig Erzählungen etwa hat Christine Lavant geschrieben, aber viele davon zu ihren Lebzeiten nie veröffentlicht. Aus Scheu, zu viel von sich preiszugeben, hielt sie den Großteil ihres Prosawerks zurück. Der vierte und abschließende Band der Werkausgabe versammelt fünfzehn Erzählungen aus dem nachgelassenen Bestand. Nur zwei davon, »Das Wechselbälgchen« und »Aufzeichnungen aus dem Irrenhaus«, sind in den letzten Jahren schon veröffentlicht worden, alle anderen werden hier erstmals gedruckt. Außerdem enthält der Band lebensgeschichtliche Dokumente wie Briefe und eine Selbstdarstellung für den Rundfunk, die nicht nur einen intimen Einblick in ihr Leben, ihr Denken und Empfinden erlauben, sondern in erstaunlichem Maße die literarischen Texte des Bandes biographisch befestigen und beglaubigen. Christine Lavant erzählt von dem, was sie am besten kennt: von verletzten Kinder- und Frauenseelen, von feinen und weniger feinen gesellschaftlichen Unterschieden, von Armut, Krankheit und Außenseitertum, von Bigotterie, Wunderglauben und von den Irrwegen religiöser Erlösungshoffnungen; aber immer wieder auch von weiblichem Begehren, vom Rebellieren und von der befreienden Kraft der Fantasie und der Liebe.

Vor allem aber erzählt sie – auch in allerhand Verkleidungen – von sich. Und sie zeigt sich dabei völlig ungeniert, schonungslos und ungeschützt.

Ihre Prosa aus dem Nachlass ist eine singuläre Entdeckung. Sie ist formal souverän, inhaltlich kompromisslos und oft unerhört komisch.
(Klaus Amann)

 

Präsentiert wird der Band bei einer Veranstaltung im Stadttheater Klagenfurt am 7. Mai 2018. Anne Bennent liest Erzählungen von Christine Lavant aus dem neuesten Band, musikalisch umrahmt wird der Abend von Otto Lechner am Akkordeon. Einführende Worte spricht der Gründer und langjährige Leiter des Robert-Musil-Instituts der Universität Klagenfurt und Mitherausgeber der Werkausgabe Klaus Amann.

Nähere Informationen zur Veranstaltung und zu den Tickets finden Sie hier:

Website Stadttheater Klagenfurt

Christine-Lavant-Abend

Christine-Lavant-Abend des Trakl-Forum 2018

Anlässlich des Erscheinens des vierten und letzten Bandes der Werkausgabe Christine Lavants lädt das Internationale Trakl Forum der Salzburger Kulturvereinigung zu einem Christine-Lavant-Abend in Salzburg.

Es erwartet Sie eine moderierte Lesung mit der Mitherausgeberin der Gesamtausgabe Dr. Doris Moser (Klagenfurt) und Bettina Rossmann (Wien). Musikalisch umrahmt wird der Abend von Minka Popovic am Klavier.

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Christine-Lavant-Abend

 Georg-Trakl-Forschungs- und Gedenkstätte

Waagplatz 1a, Salzburg

 

Dienstag, 24. April 2018

Beginn: 19:30

 

Eintritt frei

 

Nähere Details finden Sie hier:

Einladung Lavant-Abend

Website Trakl-Forum

Christine Lavant meets Dmitri Schostakowitsch

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© Elia Roman

Bereits im Herbst 2017 wagte sich das Wiener MuTh daran, diese beiden Größen ihrer Genres in einem sehr gefühlsstarken Abend aufeinandertreffen zu lassen. Nun wird Julian Pölslers szenische Einrichtung dieser Lesung von Gedichten Christine Lavants zur Cellosonate d-moll op.40 von Dmitri Schostakowitsch erneut aufgeführt, diesmal im Linzer Brucknerhaus. Die Schauspielerin Isabel Karajan, Tochter des großen Dirigenten, rezitiert die Gedichte, begleitet von Projektionen von Elia Roman. Die Musik kommt von Matthias Bartolomey am Violoncello und Clemens Zeilinger am Klavier.

Lassen Sie sich diesen einzigartigen Abend nicht entgehen!

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© Elia Roman

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© Elia Roman

„Die Feuerprobe“

Brucknerhaus Linz

Montag, 9. April 2018

Beginn: 19:30

 

Nähere Infos zur Veranstaltung und zu den Tickets finden Sie hier:

Website Brucknerhaus

 

Von Anfang an eine große Inspiration

Interview mit dem Kärntner Künstler und Fotografen Manfred Bockelmann

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Quelle Foto: http://manfred-bockelmann.de/zur-person/

Annemarie Türk: Unter Ihren Portraits finden sich auch Darstellungen von Christine Lavant. Was war Ihr Beweggrund für diese sehr schönen Kohlezeichnungen der Dichterin – war es eine persönliche Begegnung oder waren es ihre Texte?

Manfred Bockelmann: Ich habe Christine Lavant persönlich nie getroffen. Ihre Lyrik hat mich vom ersten Augenblick an tief berührt.

 

AT: Wie und wann sind diese Zeichnungen entstanden?  Haben Ihnen Fotos als Vorlage gedient oder war es Ihre Erinnerung an Christine Lavant, aus der Sie für diese Arbeiten geschöpft haben?

MB: Mein Freund Heiner Hammerschlag hat eine Lesung ihrer Briefe im „Haus der Begegnung“ 2005 in Maria Saal veranstaltet. Ich habe hierfür, aus eigenem Antrieb, eine großformatige Porträtzeichnung (Kohle auf Leinwand) geschaffen. Es erschien mir wichtig, dem Publikum das eindrucksvolle Antlitz dieser berührenden Persönlichkeit gegenüber zu stellen.
Als Vorlage diente mir ein Foto des Malers und Fotografen Egon Wucherer aus dem Band Die Bettlerschale (1956 Otto Müller Verlag).

 

AT: Was ist das für Sie Essentielle an Lavants Texten?

MB: Die Wucht ihrer Inhalte. Die poetischen Wortschöpfungen: VERMONDUNG zum Beispiel.

 

AT: Inwieweit ist das schwierige persönliche Schicksal und Leben von Christine Lavant für Ihre Beschäftigung mit ihr ausschlaggebend?

MB: Ihr persönliches Schicksal ist der Fundus für ihr literarisches Wirken. Ich nehme Anteil und begleite SIE durch das Lesen. Ich tauche ein in IHRE Welt.

 

AT: Werden Sie Ihre Gedichte und Prosatexte auch weiterhin begleiten?  Wir haben ja bald die Möglichkeit im 4. Band der neuen Gesamtausgabe bisher unveröffentlichte Texte kennenzulernen. Dürfen wir auf eventuell neue Bilder angeregt von Christine Lavants Texte hoffen?

MB: Ich kann es kaum erwarten! Christine Lavant ist, von Anfang an, eine große Inspiration für mich.

 

Der Maler und Fotograf Manfred Bockelmann wurde 1943 in Klagenfurt geboren. Seine Ausbildung beendete er 1966 mit einem Studium für Frescomalerei, Grafik und Fotografie in Graz und startete in München eine erfolgreiche Karriere als Fotograf für große Magazine. 1971 begegnete er in Zürich Friedensreich Hundertwasser. Aus dem Dialog der beiden entstand nach einer gemeinsamen Reise auf dessen Schiffskutter das Kunstbuch „Hundertwasser Regentag“ – eine Synthese aus Fotografie und Malerei. Sein erster Film „Neulandsuite“ wurde 1984 in der ARD ausgestrahlt, sein zweiter Film „Auf beiden Seite des Vorhangs“ über Udo Jürgens, seinen Bruder, wurde im März 2005 im ZDF gezeigt. Fotografie und Malerei bleiben bis heute in seiner Arbeit gleichberechtigt. Manfred Bockelmann hat seine Arbeiten in weit über 100 Ausstellungen in Galerien und auf Kunstmessen im ln- und Ausland gezeigt. Seit 1990 arbeitet und lebt und er mit seiner Familie in Kärnten, München und Wien.

 

2007, 125x170

Manfred Bockelmann, 2007, Kohle, 125×170 cm, © Manfred Bockelmann

 

2007, 150x110cm

Manfred Bockelmann, 2007, Kohle, 150×110 cm , © Manfred Bockelmann

Website Manfred Bockelmann

„Zieh den Mondkork aus der Nacht. Noch einmal Christine Lavant: ein Nachtrag zu Werk und Rang“

Im ersten Heft 2018 von „Sinn und Form“  setzt sich der Lyriker und Publizist Hans Krieger mit dem Werk, vor allem den nachgelassenen Gedichten und Prosatexten von Christine Lavant auseinander. Es ist eine kritische Auseinandersetzung, – für ihn kommen nicht alle der zu Lebzeiten unveröffentlichten Texte an jene in den ersten Buchausgaben heran. Hans Krieger bewegt die Frage, inwiefern die Kenntnis biografischer Details für die Beurteilung von literarischen Texten wichtig sei und ob Dichtung nicht auch ohne diese Kenntnis bestehen müsse. Er beantwortet diese im Falle von Christine Lavant wie folgt: „Weder wegen noch trotz ihres nach eigenen Worten „verstümmelten“ Lebens, sondern allein wegen ihrer einzigartigen wortschöpferischen Sprachmagie ist Christine Lavant die bedeutendste Dichterin zumindest ihres Jahrhunderts (trotz Ingeborg Bachmann, trotz Hilde Domin, trotz Rose Ausländer) und eine der stärksten poetischen Potenzen aller Zeiten.“ (Annemarie Türk)

 

Beitrag in: Sinn und Form. Beiträge zur Literatur – Januar/Februar 2018, erstes Heft – herausgegeben von der Akademie der Künster Berlin. Seite 136 – 138

Aktuelle Ausgabe Sinn und Form

Christine Lavant auf der Buch Wien

Num4

Klaus Amann, Judith Hoffmann © Hanna Biller

Auf der Buch Wien durfte die Internationale Christine Lavant Gesellschaft auch heuer nicht fehlen. Vertreten waren wir durch den Vorsitzenden des Literarischen Beirats und Mitherausgeber der Werkausgabe Prof. Klaus Amann. Im Gespräch mit Ö1-Moderatorin Judith Hoffmann präsentierte Amann den 2017 erschienenen dritten Band der Werkausgabe „Christine Lavant – Gedichte aus dem Nachlass“. Der Gründer und ehemalige Leiter des Musil-Instituts in Klagenfurt berichtete nicht nur über die Arbeit an dem Band. Das Publikum durfte zum Beispiel auch erfahren, dass der in dem Band enthaltene Gedichtband „Die Nacht an den Tag“ (1948) – der zwar gesetzt, aber nie gedruckt wurde – mehr durch Zufall von den HerausgeberInnen in einer Wiener Privatsammlung aufgefunden wurde und so zum ersten Mal komplett abgedruckt werden konnte.

Klaus Amann sprach über die Beziehung Christine Lavants zu dem Kärntner Maler Werner Berg und erklärte, dass sich diese – von beiden wohl als prägendste und wichtigste Liebesbeziehung ihres Lebens empfundene Verbindung – auf Lavants lyrische Produktivität sehr positiv auswirkte. Viele der Gedichte sind dem Maler gewidmet und existierten auch nur in der Version, die sie ihm in ihren Briefen geschickt hatte.

Die Zuhörenden kamen auch in den Genuss, ausgewählte Gedichte als Beispiele für das bisher unveröffentlichte Werk Lavants – gelesen von Klaus Amann – zu hören. Mit den Gedichten aus diesem neuen Band, erfährt man von einer völlig anderen Christine Lavant. Die Auswahl zeichnet sich durch eine bisher nicht dagewesene Fülle an Themen und Bildern aus und durch eine für Lavant bis jetzt vermeintlich ungewöhnliche Klarheit und Explizitheit.

 

 

Literatur, wenn sie gut ist, ist immer auch komponiert

Dass Lavant-Texte das Herz treffen, findet der Präsident unserer Gesellschaft, Hans Gasser. Darüber spricht er in einem Leporello des Kultursenders Ö1. Vor allem um eine Erzählung, die besonders gut geeignet ist, die Herzen vieler zu treffen, geht es in diesem Radiobeitrag, nämlich um Das Wechselbälgchen. Vorgestellt wird eine Hörspielfassung des Textes aus dem Jahr 2015, dem Jahr des 100sten Geburtstages der Dichterin. Neben Hans Gasser kommt auch der Perkussionist Peter Rosmanith zu Wort, der Christine Lavants Text musikalisch bearbeitet hat. Doch hören Sie einfach selbst.

Ö1 Leporello

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