Christine Lavant auf der Buch Wien

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Klaus Amann, Judith Hoffmann © Hanna Biller

Auf der Buch Wien durfte die Internationale Christine Lavant Gesellschaft auch heuer nicht fehlen. Vertreten waren wir durch den Vorsitzenden des Literarischen Beirats und Mitherausgeber der Werkausgabe Prof. Klaus Amann. Im Gespräch mit Ö1-Moderatorin Judith Hoffmann präsentierte Amann den 2017 erschienenen dritten Band der Werkausgabe „Christine Lavant – Gedichte aus dem Nachlass“. Der Gründer und ehemalige Leiter des Musil-Instituts in Klagenfurt berichtete nicht nur über die Arbeit an dem Band. Das Publikum durfte zum Beispiel auch erfahren, dass der in dem Band enthaltene Gedichtband „Die Nacht an den Tag“ (1948) – der zwar gesetzt, aber nie gedruckt wurde – mehr durch Zufall von den HerausgeberInnen in einer Wiener Privatsammlung aufgefunden wurde und so zum ersten Mal komplett abgedruckt werden konnte.

Klaus Amann sprach über die Beziehung Christine Lavants zu dem Kärntner Maler Werner Berg und erklärte, dass sich diese – von beiden wohl als prägendste und wichtigste Liebesbeziehung ihres Lebens empfundene Verbindung – auf Lavants lyrische Produktivität sehr positiv auswirkte. Viele der Gedichte sind dem Maler gewidmet und existierten auch nur in der Version, die sie ihm in ihren Briefen geschickt hatte.

Die Zuhörenden kamen auch in den Genuss, ausgewählte Gedichte als Beispiele für das bisher unveröffentlichte Werk Lavants – gelesen von Klaus Amann – zu hören. Mit den Gedichten aus diesem neuen Band, erfährt man von einer völlig anderen Christine Lavant. Die Auswahl zeichnet sich durch eine bisher nicht dagewesene Fülle an Themen und Bildern aus und durch eine für Lavant bis jetzt vermeintlich ungewöhnliche Klarheit und Explizitheit.

 

 

Literatur, wenn sie gut ist, ist immer auch komponiert

Dass Lavant-Texte das Herz treffen, findet der Präsident unserer Gesellschaft, Hans Gasser. Darüber spricht er in einem Leporello des Kultursenders Ö1. Vor allem um eine Erzählung, die besonders gut geeignet ist, die Herzen vieler zu treffen, geht es in diesem Radiobeitrag, nämlich um Das Wechselbälgchen. Vorgestellt wird eine Hörspielfassung des Textes aus dem Jahr 2015, dem Jahr des 100sten Geburtstages der Dichterin. Neben Hans Gasser kommt auch der Perkussionist Peter Rosmanith zu Wort, der Christine Lavants Text musikalisch bearbeitet hat. Doch hören Sie einfach selbst.

Ö1 Leporello

In der Vorhölle der Verdammnis

Auch in der Reihe „Dichter und Denker“ der Tageszeitung Die Presse erhielt Christine Lavant ihren gebührenden Platz. Präzise am Tag der Preisverleihung des Lavant Preises widmete Michael Horowitz der Dichterin eine ganze Seite in der Sonntagsausgabe. Darin plädiert er dafür, die „hochsensible Dichterin aus der Enge der Kärntner Berge“ vor allem auch als Prosaautorin neu zu entdecken.

 

ORF III – Programmschwerpunkt zum „Christine Lavant Preis 2017“

Am Sonntag, dem 12. November 2017 wurde im Rahmen einer Matinee im ORF RadioKulturhaus der „Christine Lavant Preis 2017“ verliehen. ORF III Kultur und Information widmete dem Ereignis am Sonntag, dem 19. November einen dreiteiligen Programmschwerpunkt. Höhepunkt war die Ausstrahlung der aufgezeichneten Preisverleihung in „ORF III Spezial“.

 

Gestartet wurde mit dem lyrischen Porträt „Du hast meine einfachen Wege durchkreuzt – Erinnerungen an Christine Lavant“ (2003) von Gernot Stadler. Darin kommt die Kärntner Schriftstellerin Christine Lavant ausführlich in ihren Briefen zu Wort und erzählt vom Schreiben, von den Menschen in ihrem Dorf und über die Freuden und Bürden des Lebens. Ergänzt und illustriert wird das Porträt durch alte Filmaufnahmen.

Danach folgte eine kurze Ausgabe von „Kultur Heute Spezial“, die über die Gesamtausgabe Christine Lavants im Wallstein Verlag berichtet. Drei von vier Bänden sind bereits im Wallstein-Verlag erschienen und erschließen mit ausführlichen Erläuterungen und Nachworten das Werk des sogenannten „Kopftuchweibleins“ aus dem Lavanttal.

Abschließend präsentierte „ORF III Spezial“ die Aufzeichnung der sehr gelungenen Veranstaltung zum Christine Lavant Preis 2017. Eine Information zur Möglichkeit die Aufzeichnung auch weiterhin nachzuschauen folgt in Kürze.

 

Wie Christine Lavant nach Georgien kam …

Wie und wann Christine Lavant auch in Georgien begeisterte ÜbersetzerInnen und Leserinnen fand, erfuhr unser Vorstandsmitglied Annemarie Türk im Gespräch mit der Übersetzerin Tamar Kotrikadze und dem Übersetzer Vassil Guleuri:

AT: Wie und wo sind Sie mit den Gedichten und Prosatexten Christine Lavants in Berührung gekommen? Wer hatte die Idee, gab den Impuls sich mit den Gedichten und Texten Christine Lavants auseinanderzusetzen?

Tamar Kotrikadze: Es war Schicksal, als ich 2000 ein österreichisches Stipendium bekam und ein Semester in Klagenfurt verbrachte. Ich besuchte damals Veranstaltungen im Literaturmuseum und Robert-Musil-Institut, wo ich zum ersten Mal von Christine Lavant hörte. Es war ihr Portrait, das mich zu allererst faszinierte und ich dachte sofort: das muss eine außerordentliche Frau sein! Erste Eindrücke bekam ich von Professor Arno Rußegger, der auf eine sehr emotionale Weise über Christine Lavant erzählte. Meine Lavantlektüre begann ich mit der Erzählung „Das Kind“, die eben damals in der neuen Ausgabe erschien und „Die Schöne im Mohnkleid“ – von den ersten Seiten dieser Erzählung an wusste ich, dass ich sie unbedingt ins Georgische übersetzen würde. In den nächsten Monaten hab ich dies auch getan, der Text erschien in einer literarischen Zeitschrift und erweckte sofort ein lebhaftes Interesse für die österreichische Autorin, die man bei uns vorher überhaupt nicht gekannt hatte. Auch als Literaturwissenschaftlerin begann ich mich mit ihrem Werk auseinanderzusetzen und widmete diesem ein Kapitel meiner Doktorarbeit zum Thema „Engel in moderner Literatur“. Ich kann also mit großer Freude sagen, dass ich die Ehre hatte, Christine Lavant für Georgien zu „entdecken“.

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© Tamar Kotrikadze

 

AT: Die ersten Lavant-Übersetzungen erschienen in Georgien schon 2001 – wie kam es dazu?

Tamar Kotrikadze: Das erste georgische Lavantbuch erschien dank Arno Rußegger, mit der finanziellen  Unterstützung der Universität Klagenfurt und des Robert-Musil-Literaturinstituts. Es enthält zwei von mir übersetzte Prosatexte – „Die Schöne im Mohnkleid“ und „Nell“, und 18 Gedichte aus verschiedenen Gedichtbänden. Da ich selbst keine Lyrik übersetze, suchte ich unter Kollegen diejenigen, die das tun würden. Diese 18 Gedichte haben 3 Menschen übersetzt, es ging aber schwer, denn wir alle verstanden, dass Christine Lavants Gedichte inhaltlich und formal sehr kompliziert sind. Deshalb waren es nur wenige Gedichte, die wir für dieses Buch übersetzen konnten… Das Buch, das auch mein Vorwort und einen Kommentar enthielt, erschien 2001 und ist mit einem Förderungspreis des österreichischen Kulturministeriums ausgezeichnet worden.

 

AT: Es blieb nicht bei dieser ersten Beschäftigung mit Lavant – weitere Übersetzungen folgten. Ist dies nur dem Interesse der Übersetzerin geschuldet oder gibt es ein breiteres Interesse an den Gedichten und Prosatexten von Christine Lavant in Georgien ?

Tamar Kotrikadze: Das Buch, wie auch zerstreute Publikationen von und über Christine Lavant, die ich ab und zu veröffentlichte, wurden von den Lesern mit Interesse aufgenommen. Große Verdienste  in der weiteren Popularisierung der österreichischen Autorin hat allerdings der Schriftsteller und Germanist Dato Barbakadse mit seinem Buchprojekt „Österreichische Lyrik des 20. Jahrhunderts“, dessen 13. Band Christine Lavant (zusammen mit Christine Busta) gewidmet ist. Wichtig war, dass er einen idealen Übersetzer für Lavants Lyrik fand und damit eine neue Epoche in der georgischen „Lavantologie“ begann. Vassil Guleuri ist ein hervorragender Literat, der russisch- und englischsprachige Lyrik übersetzt. Er kann kein Deutsch, spürte aber sofort die Tiefe und die Tragik der Lavant-Gedichte. Uns gelang es wunderbar, in einem Tandem zu arbeiten: ich machte die Interlinear-Übersetzung der Gedichte, er die literarischen. Wir waren beide von der Person Christine Lavants und von ihren Werken begeistert. Wir bereiteten zusammen eine große Auswahl der Übersetzungen für das zweisprachige Buch vor, das Dato Barbakadse 2008 veröffentlichte.

Vassil Guleuri: Von Christine Lavant hatte ich bereits gehört, bevor Dato Barbakadse mich bat, ihre Gedichte für seine Ausgabe zu übersetzen. Eine Freundin gab mir „Die Schöne im Mohnkleid“ zu lesen. Das Werk hat auch mich tief beeindruckt, aber erst die wortwörtlichen Übersetzungen von Lavants Gedichten haben mich in Bann gezogen. Vorher hatte ich nie mit einer Linearübersetzung gearbeitet, diesmal aber bekam ich große Lust, die Gedichte Christine Lavants zu übersetzen. Zusammen mit Tamar Kotrikadze habe ich mehr als 100 Gedichte übersetzt, der Arbeitsprozess war sehr dynamisch und interessant. Nach der Herausgabe des Buches, haben wir noch weitere Lavant-Gedichte übersetzt und in verschiedenen Zeitschriften veröffentlicht. Soweit ich die Reaktion der Leser kenne, kann ich behaupten, dass jeder, der diese Gedichte liest, von der wunderbaren Welt Lavants, von ihrem Schmerz, der scheinbar privat ist, aber die Schmerzen der ganzen Welt in sich einschließt, ergriffen wird.

 

AT: Wie steht es um die Rezeption dieser österreichischen Autorin in Georgien?

Vassil Guleuri: Ich würde nicht sagen, dass Christine Lavant in Georgien sehr viele Leser hat. Aber diejenigen, die sie lesen, öffnen sich ganz und gar diesem literarischen Kosmos. Ich denke, sie ist auch keine Dichterin für die breite Masse. Mit ihren Schmerzen, ihrer traumhaften Welt und ihren Protagonisten, mit den Symbolen, die so manchen Inhalt verschlüsseln, spricht sie zu jenen Menschen, die imstande sind, diese Schmerzen zu begreifen und zu fühlen.

Tamar Kotrikadze: Ich freue mich über die Maßen, wenn ich sehe, dass nicht nur viele Menschen unsere Lavant-Übersetzungen lesen, sondern es, außer uns beiden, Menschen gibt, die auch selber versuchen, Lavants Gedichte ins Georgische zu übersetzen und die über sie schreiben. Ich freue mich dabei so sehr, als ob es um meine eigenen Gedichte ginge. Das zeigt, dass wir auch andere dafür begeistern konnten und ein Feuer entzündet haben.

 

AT: Abgesehen von Rezensionen und vereinzelten wissenschaftlichen Abhandlungen – wie reagieren die georgischen LeserInnen?

Vassil Guleuri: Ich erinnere mich daran, wie eine Bekannte, die alles von Christine Lavant gelesen hatte und neue Übersetzungen gespannt erwartete, mir einmal gestand: „Die Lavant jagt mir Angst ein“. Ein ungefähr ähnliches Verhältnis haben auch andere geäußert. Es ist aber nicht eine solche Angst, die einen zwingt, zu fliehen und sich zu verstecken, im Gegenteil: Diese Angst wirkt anziehend und verlockend, wird Teil von dir, wird zum Ausdruck deiner eigenen Gedanken, Schmerzen und Ängsten. Und dies ist eben, was dich erschreckt: Wie vermag es diese einsame, halbverrückte, depressive Frau, dich so völlig zu ergreifen? Sie lässt dich auch dann nicht in Ruhe, wenn du mit dem Lesen schon fertig bist. Ich kann behaupten, dass der georgische Leser Christine Lavants kein gewöhnlicher Bibliophiler und Freund der Lyrik ist. Der georgische Leser Christine Lavants empfindet auch selber Einsamkeit, Wahnsinn, Schmerz, von denen Lavants Gedichte erfüllt sind.

Tamar Kotrikadze: Einige haben mir gesagt: „Es ist keine Frau, es ist ein richtiger Brand der Gefühle!“ Viele meinen auch: „Ihr Gesicht auf dem Foto erinnert mich an meine Großmutter (oder: meine Tante)“, ich glaube, bei vielen entsteht ein Gefühl der Innigkeit, eine besondere emotionale Nähe mit dieser Dichterin.  

 

AT: Was genau fasziniert georgische Literaturliebhaber an ihren Gedichten und Erzählungen?           

Vassil Guleuri: Christine Lavants Lyrik ist eine Lyrik von Traumvisionen. Es ist aber nicht nur Privates, es scheint, als ob die Dichterin in ihrem Schmerz die schwere Last der ganzen Menschheit trage. Ich denke, dass die georgischen Leser darin ihre eigenen kleineren Schmerzen sehen. Lavants Werk hilft einigermaßen, der transzendenten Welt näher zu kommen. Die Dichterin sucht nach Glauben, Liebe, Innigkeit und bekämpft ihre Ängste. Wahrscheinlich, ist das einer der Gründe, warum ihre Gedichte den georgischen Lesern so nahe gehen und interessant geworden sind.

Tamar Kotrikadze: Vor allem sind von ihrem Werk sehr feinfühlende Menschen fasziniert, meist Frauen. Ihre Tragik, ihre Gefühle spielen natürlich eine große Rolle. Ich glaube, Christine Lavant interessiert unsere LeserInnen nicht nur wegen ihrer Texte, sondern, und vor allem, wegen ihrer außerordentlichen Biografie. Sie fasziniert als Person, als Charakter, ihre Fotos, ihre Aussagen, die man in ihren Briefen und in Erinnerungen der Zeitgenossen lesen kann – dies alles wirkt sehr stark auf die Leser.

 

AT: Gibt es nächste Pläne?

Vassil Guleuri: Ich würde auch in der Zukunft zusammen mit Tamar Kotrikadze gerne daran arbeiten, einen weiteren Teil von Christine Lavants Werk ins Georgische zu übersetzen, falls wir eine Möglichkeit haben werden. Wir hatten ein Projekt, in die Heimat Lavants zu fahren und dort miteinander an neuen Übersetzungen und an einem Buch über Christine Lavant zu arbeiten. Bis jetzt blieb dies noch immer eine Idee. 

Tamar Kotrikadze: Wir werden Christine Lavant unbedingt weiter übersetzen. Und das Buch über sie, das ich begonnen habe, muss auch unbedingt fertiggeschrieben werden. Zurzeit beschäftige ich mich mit anderen Übersetzungsprojekten, aber Christine Lavant ist eine Autorin, von der man sich nicht trennen darf, und auch nicht trennen kann.

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© Tamar Kotrikadze

 

Tamar Kotrikadze

hat an der Staatlichen Universität Tiflis Germanistik studiert und diese Ausbildung als DAAD-Stipendiatin an der Univeristät Bamberg fortgesetzt. Bereits in ihrer Dissertation hat sie sich u.a. mit Christine Lavant beschäftigt und 2005 erstmals an einem Internationalen Lavant Symposium in Wolfsberg teilgenommen. Seit 2007 lebt sie als freischaffende Übersetzerin und Literaturkritikerin in Tiflis. Dem Werk Christine Lavants ist sie besonders verbunden und hat für die Herausgabe des Buches „Christine Lavant: Gedichte und Erzählungen“ (Verlag ‚Kaukasisches Haus‘ Tiflis 2001) 2002 den Förderpreis der Kunstsektion im BKA erhalten.

 

Vassil Guleuri

der aus Gori stammende Architekt und Schriftsteller hat gemeinsam mit Tamar Kotrikadze viele Gedichte Christine Lavants in Georgische übertragen.

 

Matinee und Preisverleihung Christine Lavant Preis 2017

Am Sonntag, den 12. November 2017 ist es soweit: Die Internationale Christine Lavant Gesellschaft vergibt im Rahmen einer Matinee im ORF Radio Kulturhaus den 2. Christine Lavant Preis. Wie schon im letzten Jahr wird die Matinee darüber hinaus auch heuer wieder ein literarisch-musikalischer Genuss. Die renommierte Schauspielerin Gerti Drassl liest Gedichte aus dem Nachlass von Christine Lavant, musikalisch begleitet wird sie dabei von dem international angesehenen Duo Wolfgang Puschnig (Saxophon) und Jon Sass (Tuba). Durch den Vormittag führt ORF-Moderatorin Katja Gasser. Die Laudatio hält der Vorsitzende des Literarischen Beirats der Internationalen Christine Lavant Gesellschaft Klaus Amann.

Matinee und Preisverleihung des Christine Lavant Preises 2017
ORF Radio Kulturhaus, Großer Sendesaal
Sonntag, 12. November 2017, 11 Uhr
Eintritt: € 17,00
Ermäßigungen: 10 % für Ö1-Club-Mitglieder und 50 % für RadioKulturhaus-Vorteilskarten-BesitzerInnen
Tickets sind erhältlich über das ORF Radiokulturhaus.
http://radiokulturhaus.orf.at/artikel/466280

Alle Mitglieder der Internationalen Christine Lavant Gesellschaft erhalten eine persönliche Einladung zur Matinee und Verleihung. Die Karten werden nach Zusage unter office@christine-lavant.com versandt oder im Foyer des RadioKulturhaus hinterlegt.

Die Veranstaltung wird über die ORF-Kultur Facebook-Seite live übertragen.
Im Anschluss an die Preisverleihung laden wir die/den PreisträgerIn, die KünstlerInnen und das Publikum zu einem Empfang im Foyer.

 

Zu den KünstlerInnen:

Gerti Drassl, geboren in Bozen, übersiedelte nach der Matura nach Wien. Sie absolvierte das Max-Reinhardt-Seminar und wurde von Karl Heinz Hackl ans Theater in der Josefstadt engagiert – jenem Haus, dem sie bis heute die Treue hält. Nebenher und zwischendurch leistet sie sich Ausflüge an andere Bühnen und arbeitet für den Film. Gerti Drassl dreht mit Andreas Prochaska, Michael Kreihsl, Sabine Derflinger, Harald Sicheritz und Elisabeth Scharang, sie spielt in Stücken von Tschechow, Ibsen, Shakespeare, Turrini, Tennessee Williams und Ödön von Horvath. Im September 2017 wurde Gerti Drassl in Berlin mit dem Deutschen Schauspielerpreis ausgezeichnet.

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Gerti Drassl (c) Yasmina Haddad

 

Wolfgang Puschnig, geboren und aufgewachsen in Klagenfurt, zog es ebenfalls nach der Matura nach Wien. Probleme mit dem Ansatz vereitelten das klassische Flötenstudium an der Musikhochschule, stattdessen spielte Puschnig immer mehr Saxofon. Was damals seinen Anfang nahm, ist bis heute ausgesprochen erfolgreich.
Insgesamt wirkte Puschnig bei mehr als 100 Plattenaufnahmen mit, als Bandleader bzw. Co-Leader veröffentlichte er mehr als 30 Alben. Seit 1988 unterrichtet er zudem an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, 1998 erhielt er den Hans-Koller-Preis. Die Universität Klagenfurt verlieh ihm 2004 den Ehrendoktortitel.

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Foto: Wolfgang Puschnig (c) derMaurer

 

Jon Sass, ein wahrer Groove Master, ist wohl einer der kreativsten Tubisten unserer Zeit. Der vielseitige Künstler ist auch bekannt als „Tausendsassa der Tuba“. Sein  unverkennbarer, souliger Sound ist nur einer der Gründe für seine einzigartige Solokarriere. Als einer von wenigen Tubisten weltweit kreiert er eigene Musik- und Performance-Konzepte, wie zum Beispiel die Multimediaprogramme „Sassified-Live“ und „Sassy the Tuba“.
Jon Sass ist nicht nur auf über 80 Aufnahmen zu hören, er spielt und tourt auch mit der musikalischen Creme de la Creme, unter anderem zB Ivan Neville, Vince Mendoza, Peter Wolf, Ricky Ford, Bobby Shew, Steven Mead und im Duo mit Dave Taylor, Arkady Shilkloper, Wolfgang Puschnig oder Milagros Pinera.

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Foto: Jon Sass (c) Vera Schueller

 

 

Christine Lavant auf der Buch Wien

Wie auch schon im vergangenen Jahr wird die Internationale Christine Lavant Gesellschaft auch heuer wieder auf der Wiener Buchmesse „Buch Wien“ vertreten sein. Am Donnerstag, den 9. November 2017 präsentiert Univ.-Prof. Dr. Klaus Amann dort im Gespräch mit Moderatorin Judith Hoffmann den heuer erschienenen dritten Band der Werkausgabe „Christine Lavant – Gedichte aus dem Nachlass“, der bereits in unserem zweiten Newsletter vorgestellt wurde.
Der dritte Band der vierbändigen Werkausgabe enthält eine Auswahl aus den nachgelassenen Gedichten aus allen Schaffensperioden, darunter auch das lange Zeit verschollene, erst kürzlich wieder entdeckte Erstlingswerk »Die Nacht an den Tag«, das 1948 zwar gesetzt, aber nie gedruckt wurde. Drei Viertel der hier versammelten Gedichte sind Erstveröffentlichungen, die übrigen wurden zuvor in diversen Nachlasspublikationen publiziert.
Klaus Amann, Vorsitzender des Literarischen Beirats der Internationalen Christine Lavant Gesellschaft, ist Mitherausgeber der vierbändigen Werkausgabe. Er hält diesen dritten Band für eine literarische Sensation, da sich damit Lavants lyrisches publiziertes Werk mit einem Schlag nahezu verdoppelt und sich Lavants Lyrik von gänzlich neuen Seiten präsentiert.

 

Klaus Amann über „Christine Lavant – Gedichte aus dem Nachlass“ im Rahmen der Buch Wien
Datum:  09.11.2017
Uhrzeit:  17:30 Uhr
Ort:  ORF-Bühne, Halle D, Messe Wien

Christine Lavant musikalisch

Dass Christine Lavants Texte wunderbar mit Musik in Dialog treten können, hat sich offenbar schon herumgesprochen. Nicht nur bei der Matinee zur Preisverleihung des Christine Lavant Preises wird Ihnen eine solche Verschmelzung präsentiert, sondern auch bei zwei weiteren Veranstaltungen in diesem Herbst.

Im Wiener Konzerthaus liest Sophie Rois am 14. Oktober 2017 Christine Lavants „Das Welchselbälgchen“. Musikalisch begleitet wird sie bei diesem literarischen Hörerlebnis von Peter Rosmanith, Matthias Loibner und Franz Hautzinger.

https://konzerthaus.at/konzert/eventid/54582

Am 22. Oktober
2017 zeigt das MuTh eine einzigartige Begegnung aus Lyrik und Musik. Unter dem Titel „Die Feuerprobe“ liest Schauspielerin Isabel Karajan, Tochter des großen Dirigenten, Gedichte von Christine Lavant. Den musikalischen Rahmen dafür bietet die Cellosonate op. 40 von Dimitri Schostakowitsch, zum Besten gegeben von Franz Bartolomey, dem ersten Solocellisten der Wiener Philharmoniker und der Pianistin Saskia Giorgini, der aus Italien stammenden Gewinnerin des Internationalen Mozart Wettbewerbs 2016.

https://muth.at/events/die-feuerprobe-20171022/

 

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Fotos: MuTh (c) Elia Roman

Die Engel der Christine Lavant

Die Vorarlberger Musikerin und Sängerin Ramona Kasheer beschäftigt sich seit mehr als 15 Jahren mit den Gedichten von Christine Lavant. Begonnen hat diese intensive Auseinandersetzung mit jener von Thomas Bernhard getroffenen Auswahl, die in der Bibliothek Suhrkamp 1989 erschien. Es war ihr Philosophieprofessor, der ihr in einer Zeit existenzieller Nöte riet, sich auf die Suche nach den Engeln der Christine Lavant zu begeben. Sie reiste nach St. Stefan ins Lavanttal, um der Dichterin noch näher zu kommen, und kehrte zwischen anderen musikalischen Projekten immer wieder zu ihren Gedichten zurück. Daraus ist nun ein Konzertprogramm entstanden, das Ramona Kasheer am 28. September 2017 zum 2. Mal öffentlich präsentierte.

Dieser Abend in der Sargfabrik in Wien bot keine Aneinanderreihung einzelner vertonter Gedichte, sondern war vielmehr eine musikalische Zwiesprache mit der Kärntner Dichterin. Begleitet wurde Ramona Kasheer  dabei vom vielfach ausgezeichneten Koehne-Quartett. Der Komponist Rolf Aberer hat einige der Liedfassungen orchestriert und damit den Gedichten der Christine Lavant einen ganz besonderen musikalischen Rahmen gegeben.  Dazwischen war auch die Originalstimme Lavants zu hören und zog das Publikum augenblicklich in seinen Bann.

Damit reiht sich Ramona Kasheer in eine immer größer werdende Gruppe von Musikern und Musikerinnen ein, die von den Texten der Christine Lavant zu neuen musikalisch-literarischen Begegnungen und Projekten angeregt werden.

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Foto: Sargfabrik (c) Robin Gillard

Christine Lavant als Rebellin

In der Süddeutschen Zeitung vom 18.8.2017 rezensiert Insa Wilke die „Aufzeichnungen aus einem Irrenhaus“ und den heuer erschienenen Band „Gedichte aus dem Nachlass“. Christine Lavant hat für sie „einige der energetischsten Gedichte und Prosa-Texte der modernen deutschsprachigen Literatur geschrieben“. Darum sollte die Lavant schon längst in den Kanon der deutschsprachigen Literatur aufgenommen sein. Dieser Meinung ist auch die Internationale Christine Lavant Gesellschaft. Darum möchten wir Ihnen diese Rezension keinesfalls vorenthalten.

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