v.l.n.r: Hans Gasser (Präsident der Internationalen Christine Lavant Gesellschaft), Angela Krauß (Christine Lavant Preisträgerin), Karl Wagner (Laudator), Diethmar Wölle (BKS Bank AG). nternationale Christine Lavant Gesellschaft/APA-Fotoservice/Schedl Fotograf/in: Ludwig Schedl

v.l.n.r: Hans Gasser (Präsident der Internationalen Christine Lavant Gesellschaft), Angela Krauß (Christine Lavant Preisträgerin), Karl Wagner (Laudator), Diethmar Wölle (BKS Bank AG). Internationale Christine Lavant Gesellschaft/APA-Fotoservice/Schedl Fotograf/in: Ludwig Schedl

Matinee im RadioKulturhaus mit Schauspielerin Gerti Drassl und dem Ensemble Brot & Sterne

Matinee und Preisverleihung

Unter den 200 Besuchern im großen Sendesaal waren neben vielen Mitgliedern der Internationalen Christine Lavant Gesellschaft auch eine Reihe prominenter Gäste und Freunde der großen Kärntner Dichterin, wie Valentin und Elisabeth Oman, Valentin Inzko, Wolfgang Petritsch, Michael Musalek, Alois und Brigitte Czipin, Robert Huez, Helene von Damm, Michael und Helga Kuhn, Franz Bachhiesl, Andreas und Carola Augustin, Johann Julian Taupe, Kathrin Schmidt, Christine de Grancy u.v.a.m.

Das künstlerische Programm zur Verleihung des vierten Christine Lavant Preises bestand diesmal aus Ausschnitten von dem vor wenigen Tagen erschienenen Mandelbaum Klangbuch von Christine Lavants „Aufzeichnungen aus dem Irrenhaus“. Den inneren Monolog gestaltete Gerti Drassl mit Empathie und Präzision. Die abstrakten Klänge von „Brot und Sterne“ erzeugten eine akustische Kulisse von großer Intensität.

Ein filmisches Kurzporträt von Imogena Doderer über Angela Krauß und die großartige Lavant-Foto-Serie von Ernst Peter Prokop, inszeniert von Julian Pölsler mit Musik von Edgar Unterkirchner umrahmten die festliche Matinee.

ORFIII übertrug live, Katja Gasser moderierte zum vierten Mal souverän.

Gerti Drassl, geboren in Bozen. Seit 2002 gehört sie zum Ensemble des Theater in der Josefstadt in Wien. Darüber hinaus tritt sie auch regelmäßig an anderen deutschsprachigen Bühnen sowie in Film- und Fernsehproduktionen auf. Gerti Drassl erhielt für ihre darstellerischen Leistungen bereits mehrere In- und Ausländische Auszeichnungen.

Brot & Sterne vereint drei österreichische Musiker – Franz Hautzinger, Matthias Loibner, Peter Rosmanith – alle drei Meister ihrer Fächer, die seit vielen Jahren befreundet sind und sich nun unter dem Namen „Brot & Sterne“ gemeinsam auf eine aufregende, musikalische Reise durch die verschiedensten Klangumgebungen.

Lesen Sie hier die Laudatio von Karl Wagner

Lesen Sie hier die Dankesrede von Angela Krauß

Christine Lavant Preis

Der Christine Lavant Preis wurde von der Internationalen Christine Lavant Gesellschaft 2016 ins Leben gerufen, um an die Dichterin und ihr großartiges Werk zu erinnern. Der mit 15.000 Euro dotierte Preis für Lyrik und Prosa würdigt Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die in ihrem literarischen Schaffen – so wie auch Christine Lavant – einen hohen ästhetischen Anspruch mit humaner Haltung und gesellschaftskritischem Blick vereinen. Der Preis wird auf Vorschlag des international besetzten Literarischen Beirats an Personen vergeben, die in deutscher Sprache schreiben und die von der Öffentlichkeit bereits als wichtige literarische Stimmen wahrgenommen wurden.

Dem Beirat gehören die Schriftstellerinnen Friederike Mayröcker und die erste Preisträgerin Kathrin Schmidt aus Gotha, die Literaturwissenschaftlerin und Literaturkritikerin Daniela Strigl und der Professor an der Hochschule der Künste Bern und Mitglied des Literaturclubs des Schweizerischen Fernsehens Thomas Strässle an, ferner Karl Wagner, zuletzt Germanistikprofessor an der Universität Zürich sowie Klaus Amann, der Gründer und langjährige Leiter des Musil-Instituts der Universität Klagenfurt und Lavant-Herausgeber.

Die Begründung der Jury

Karl Wagner, der die Laudatio auf Angela Krauß gehalten hat, zur Entscheidung der Jury:

Das vielfach ausgezeichnete Werk von Angela Krauß – ihr Erstlingswerk „Das Vergnügen“ erschien 1984 noch in der DDR, ihr bislang letztes Buch „Der Strom“ heuer im Frühjahr bei Suhrkamp – arbeitet erfinderisch an und mit Gattungsgrenzen und –konventionen. Es ist ohne Vorbehalt einer „historisch-poetischen“ Wahrnehmung verpflichtet. Wie Peter Handke versteht sie Literatur als eine besondere Form des Wissens und Ahnens, als Gegenentwurf zu vorgefertigtem Denken und den zu umstandslos formulierten Meinungen.

„Schreiben ist mir Suche, Entdeckung, Erkenntnis“ (Angela Krauß)

„Wer Angela Krauß liest, kommt aus dem Staunen nicht heraus“ (Karl Wagner)

Zu Angela Krauß

Stammt aus Chemnitz, studierte an der Fachschule für Werbung und Gestaltung in Ost-Berlin. Anschließend arbeitete sie in Werbung und Öffentlichkeitsarbeit. Von 1976 bis 1979 studierte sie am Literaturinstitut Johannes R. Becher in Leipzig, wo sie seit 1981 als freie Schriftstellerin lebt. 2000 hatte sie die Poetik-Dozentur der Universität Paderborn inne, 2004 hielt sie die Poetik-Vorlesungen an der Universität Frankfurt am Main.

2016 hielt sie die Poetikvorlesung an der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin. Angela Krauß ist Mitglied des PEN-Zentrum Deutschland und der Sächsische Akademie der Künste seit 2006 ist sie auch ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz sowie seit 2014 Mitglied der Akademie der Künste Berlin.

Unter den vielen Preisen und Auszeichnungen seien drei hervorgehoben, die ihre Anerkennung und Würdigung auch in Österreich unterstreichen:

Ingeborg Bachmann Preis, Klagenfurt (1988)

Stadtschreiberamt in Graz (1990)

Franz Nabl Preis (2011)

Von Angela Krauß liegen 18 Buchveröffentlichungen vor, zumeist bei Suhrkamp, – Lyrik und Prosa Werke, wie auch Essays (Poetik- Vorlesungen in Frankfurt am Main 2004).

Christine Lavant © Ernst Peter Prokop

Gerti Drassl © Yasmina Haddad

Brot & Sterne © Hans Ringhofer

CL-Preis

Matinee und Preisverleihung Christine Lavant Preis 2018

Im Jahr 2018 vergab die Internationale Christine Lavant Gesellschaft den Christine Lavant Preis im Rahmen einer feierlichen Matinee im ORF Radio-Kulturhaus an den diesjährigen Preisträger, den Schweizer Schriftsteller Klaus Merz.

Levant-Preisträger Klaus Merz © Internationale Christine Lavant Gesellschaft/APA-Fotoservice/Tanzer

Lavant-Preisträger Klaus Merz, (Mitte) Dr. Herta Stockbauer, BKS Bank, Dr. Hans Gasser, Internationale Christine Lavant Gesellschaft. APA Fotoservice/Tanzer

Der mit 15.000 Euro dotierte Preis würdigt Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die mit ihrem Schaffen einen hohen ästhetischen Anspruch mit humaner Haltung und gesellschaftskritischem Blick vereinen. Der Preis wird auf Vorschlag des international besetzten literarischen Beirates der Gesellschaft an Personen vergeben, die in deutscher Sprache schreiben und in der Öffentlichkeit bereits als wichtige literarische Stimmen wahrgenommen wurden.

Merz_Foto

Klaus Merz – © David Zehnder

„Er hat ein literarisches Werk geschaffen, das zu demjenigen Christine Lavants vielerlei Bezüge aufweist: Klaus Merz schreibt vor allem Lyrik und Prosa, seine Texte handeln von Außenseitern und Randständigen, aber auch von Abenteurern und rastlos Liebenden, und er wendet sich meist dem Lokalen zu, um es zum Kosmos zu weiten. Klaus Merz ist ein Meister der poetischen Verdichtung, ein Autor, der seine Worte lange wiegt und lange wägt, bevor er sie aus den Händen gibt. Entsprechend pflegt er einen Stil, dessen Schönheit in der Klarheit und Kargheit liegt,“ schreibt Thomas Strässle in der Jury-Begründung für den Lavant-Preis. Thomas Strässle ist Mitglied im literarischen Beirat der Internationalen Christine Lavant Gesellschaft und hielt bei der Matinee die Laudatio auf Klaus Merz.

Lesen sie hier die Laudatio Thomas Strässle auf Klaus Merz

Lesen sie hier die Rede des Preisträger Klaus Merz

Die Matinee fand am

Sonntag, 7. Oktober
um 11 Uhr
im Großen Sendesaal des ORF Radio Kulturhaus in Wien statt.

Wir freuten uns besonders, heuer eine künstlerische Besetzung präsentieren zu können, die sich auch gemeinsam schon intensiv mit Christine Lavant befasst hat. Die österreichische Schauspielerin Sophie Rois las Texte von Christine Lavant, musikalisch begleitet vom Perkussionisten Peter Rosmanith. Die beiden haben u.a.  im Jahr 2015 eine Hörspiel-Fassung von Christine Lavants ‚Wechselbälgchen‘ für den ORF erarbeitet. Die Matinee wurde wie auch in den letzten Jahren von Katja Gasser, ORF Kultur, moderiert.

Für Mitglieder der Internationalen Christine Lavant Gesellschaft war der Eintritt kostenlos!

Bücherwand-1

Sophie Rois – © Thomas Aurin

Peter Rosmanith

Peter Rosmanith – © Hans Ringhofer

Der Christine Lavant Preis 2018 wird finanziell unterstützt von der BKS Bank, der Berndorf Privatstiftung/Redler Vermögensverwaltung und der Hans Schmid Privatstiftung. Medienpartner sind der Kultursender Ö1, das RadioKulturhaus, die ORF TVthek, das Klassikportal fidelio und die Buch Wien.

USUM

cl 2017

Matinee und Preisverleihung des Christine Lavant Preises 2017

Der zweite Christine Lavant Preis wurde im Rahmen einer Matinee am Sonntag, 12. November 2017 an den österreichischen Schriftsteller Bodo Hell vergeben.

Die Schauspielerin Gerti Drassl las einfühlsam Lyrik aus dem dritten Band der Werkausgabe, Wolfgang Puschnig und Jon Sass umrahmten die Matinee grandios mit Saxophon und Tuba. Katja Gasser, ORF Kultur, führte souverän durch den Vormittag.

© Internationale Christine Lavant Gesellschaft/APA-Fotoservice/Peter Hautzinger

Lavant-Preisträger Bodo Hell mit Jani Oswald (re) und Hans Gasser (li). © Internationale Christine Lavant Gesellschaft/APA-Fotoservice/Peter Hautzinger

Christine Lavant Preis 2017

Der Preisträger des bislang ausschließlich von privaten Sponsoren (Hans Schmid Privatstiftung, Allianz Elementar Versicherung u.a.) und der Internationalen Christine Lavant Gesellschaft finanzierten Christine Lavant Preises ist in diesem Jahr der österreichische Schriftsteller Bodo Hell.

In der Begründung des Vorsitzenden des Literarischen Beirats, Klaus Amann heißt es:

„Mit Bodo Hell würdigt die Internationale Christine Lavant Gesellschaft einen herausragenden Schriftsteller, der in vielen Bereichen seiner künstlerischen Arbeit Maßstäbe gesetzt hat. Bodo Hells Literatur handelt von der Stadt, vom Land, von den Bergen und wie der Mensch diese Räume auch sprachlich erobert und befestigt. Dazu ist ihm jedes Mittel recht und er verfügt über gute Voraussetzungen: Er ist wach, alert, aufmerksam und wissbegierig und er legt große Strecken zu Fuß zurück. So bleibt er in Verbindung mit der Realität. Die Fakten interessieren ihn. Er hört, er schaut, er riecht, er schmeckt, er schult seine Sinne, recherchiert, studiert, lernt unablässig. Er liest die Welt und berichtet darüber als Dichter. Das heißt er arbeitet mit und in der Sprache.

Er macht die Vielstimmigkeit und Vielgestaltigkeit von Stadt, Land, Berg und ihrer Bewohner sichtbar, hörbar, lesbar. Er ist ein enzyklopädischer Geist, er weiß fast alles. Er bringt die entlegensten Dinge zueinander und erschließt damit neue Sichtweisen und Bedeutungen. Eines der Mittel, die er dabei anwendet, ist die Montage. Sie sorgt in seinen Texten immer wieder für Überraschungen, ungeahnte Verbindungen, Assoziationsräume, Kollisionen, Doppelbödigkeiten, Humor und Witz, Belehrung und Erbauung. Bodo Hell ist im Leben wie in seinen Texten ein Menschenfreund, er schätzt die Arbeit der Handwerker und Bauern, bewundert das alte Wissen des Volkes, das an vielen Stellen in seine Bücher einwandert und dort bewahrt ist. Er mag die Tiere, besonders die Ziegen und die Vögel, er kennt die Pflanzen und Heilkräuter, weiß über Geologie und das Wetter Bescheid.

Kurz: Er hat ein völlig unsentimentales Faible für Gott und die Welt. Das zeigen sehr schön auch seine subtil hintersinnigen Heiligen-Viten und Legenden, seine Darstellungen der Vierzehn Nothelfer und seine Buchporträts aus der Klosterbibliothek von Admont. Er erkennt jeden Heiligen schon von Weitem und erst recht auf den höchsten Standplätzen der Altäre. Das Interesse am Leben und an der Arbeit der einfachen Menschen und das scharfe Auge für das Heilige und das Profane verbinden Bodo Hell mit Christine Lavant.“

© Internationale Christine Lavant Gesellschaft/APA-Fotoservice/Peter Hautzinger

Klaus Amann © Internationale Christine Lavant Gesellschaft/APA-Fotoservice/Peter Hautzinger

Lesen sie hier die Laudatio Klaus Amann auf Bodo Hell

Internationale Christine Lavant Gesellschaft

Die 2015 gegründete Internationale Christine Lavant Gesellschaft hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Verbreitung und die Kenntnis des literarischen Werks von Christine Lavant zu fördern. So wird seit 2014 im Wallstein-Verlag das Gesamtwerk aufbereitet, drei der auf vier Bände angelegten Werkausgabe sind bereits erschienen.

Der Christine Lavant Preis soll an die Dichterin und ihr großartiges Werk erinnern. Der mit 15.000 Euro dotierte Preis für Lyrik und Prosa würdigt Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die in ihrem literarischen Schaffen – so wie auch Christine Lavant – einen hohen ästhetischen Anspruch mit humaner Haltung und gesellschaftskritischem Blick vereinen. Der Preis wird auf Vorschlag des international besetzten Literarischen Beirats an Personen vergeben, die in deutscher Sprache schreiben und die von der Öffentlichkeit bereits als wichtige literarische Stimmen wahrgenommen wurden.

Dem Beirat gehören die Schriftstellerinnen Friederike Mayröcker, die erste Lavant-Preisträgerin Kathrin Schmidt aus Gotha, die Literaturwissenschaftlerin und Literaturkritikerin Daniela Strigl und der Professor an der Hochschule der Künste Bern und Mitglied des Literaturclubs des Schweizerischen Fernsehens Thomas Strässle an, ferner Karl Wagner, zuletzt Germanistikprofessor an der Universität Zürich und Klaus Amann, der Gründer und langjährige Leiter des Musil-Instituts der Universität Klagenfurt und Lavant-Herausgeber.

© Internationale Christine Lavant Gesellschaft/APA-Fotoservice/Peter Hautzinger

Bodo Hell © Internationale Christine Lavant Gesellschaft/APA-Fotoservice/Peter Hautzinger

Lesen Sie hier die Rede des Lavant-Preisträgers Bodo Hell

Bodo Hell (geb. 1943 in Salzburg) studierte am Salzburger Mozarteum Orgel, an der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien Film und Fernsehen, sowie an der Universität Wien Philosophie, Germanistik und Geschichte. Er lebt in Wien und am Dachstein, wo er seit Jahrzehnten im Sommer eine Alm bewirtschaftet.

Seine Tätigkeitsfelder beschreibt er selber so: Prosa (intertextuell und der Faktizität verpflichtet), Radio, Theater, Schrift im öffentlichen Raum, Text-Musik-Performances, Essays zur bildenden Kunst, Fotos, Film, Ausstellungen, Almwirtschaft.

Bodo Hell DSC03766 Sigrid Landl

Bodo Hell – © Sigrid Landl


Gerti Drassl
wurde in Bozen geboren, nach der Matura übersiedelt sie nach Wien, absolviert das Max-Reinhardt-Seminar und wurde von Karl Heinz Hackl ans Theater in der Josefstadt engagiert – jenes Haus, dem sie bis heute die Treue hält. Nebenher und zwischendurch leistet sie sich Ausflüge an andere Bühnen und arbeitet für den Film. Sie drehte mit Andreas Prochaska, Michael Kreihsl , Sabine Derflinger, Harald Sicheritz und Elisabeth Scharang, sie spielte in Stücken von Tschechow, Ibsen, Shakespeare, Turrini, Tennessee Williams und Ödön von Horvath. Im September 2017 wurde sie in Berlin mit dem Deutschen Schauspielerpreis ausgezeichnet.

Gerti Gerti Drassl - gerti58 - Yasmina Haddad

Gerti Drassl – © Yasmina Haddad

Wolfgang Puschnig, geboren 1956 in Klagenfurt. Kärnten war für ihn stets Schnittpunk und Schmelztiegel von germanischer, slawischer und romanischer Kultur und Sprache, von Beginn an „Sozialisations-Urgrund“ und das „Substrat des musikantischen Denkens und Empfindens“. Sein Saxophonspiel wird gekennzeichnet durch Individualität, Vielseitigkeit, Experimentierfreude und Offenheit. Mitglied des „Vienna Art Orchestra“ (VAO) und Gründer des Ensembles „Saxofour“. Puschnigs Virtuosität hat zahlreiche Auszeichnungen erfahren wie etwa den Hans-Koller-Preis für den „Jazzmusiker des Jahres“ 1998 sowie den Würdigungspreis des Landes Kärnten 2003. Zudem wurde Wolfgang Puschnig 2004, als erstem Musiker überhaupt, die Ehrendoktorwürde der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt verliehen.

Wolfgang Puschnig sax

Wolfgang Puschnig – © derMaurer

Jon Sass zählt zu den kreativsten Tuba-Spielern unserer Tage, wurde bekannt als einer der wahren Meister des Groove und wird oft als „Der Tausendsassa der Tuba“ bezeichnet. Jon Sass ist auf über 80 Aufnahmen zu hören. Seit 2008 arbeitet er als Solist mit wichtigen europäischen Big-Bands, Kammerorchestern und vielen anderen Formationen.

Sass_DSC8352

Jon Sass – © Vera Schueller

Medienpartner waren der Kultursender Ö1, das RadioKulturhaus, die ORF TVthek und die Buch Wien. Die gesamte Matinee wurde via Facebook-Live-Stream von der ORF Kultur übertragen.

Für Rückfragen:

Univ. Prof. Dr. Klaus Amann
Tel.: +43 463 238014
Email: klaus.amann@aau.at

Dr. Hans Gasser
Tel.: +43 676 7600 491
Email: hans.gasser@christine‐lavant.com

HSPS_MFG_Karte_210x105

Unbenannt

Hier finden Sie das Statut des Christine Lavant Preises

Christine-Lavant Preis 2016

No10

Fotocredit: © APA/ Richard Tanzer

Preisverleihung im Rahmen einer Matinee im ORF Radiokulturhaus

Sonntag, 13. November 2016 um 11 Uhr 

In zeitlicher Nähe zum 100. Geburtstag der österreichischen Dichterin Christine Lavant wurde 2015 die Internationale Christine Lavant Gesellschaft (ICLG) in Wien gegründet. Die Gesellschaft hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Verbreitung und die Kenntnis des literarischen Werks von Christine Lavant zu fördern. Dies geschieht unter anderem durch die Unterstützung der Arbeiten an der seit 2014 im Wallstein-Verlag erscheinenden 4-bändigen Werkausgabe und durch die Stiftung eines jährlich vergebenen Christine Lavant Preises. Der mit 15.000 Euro dotierte Preis für Lyrik und Prosa würdigt Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die in ihrem literarischen Schaffen – so wie auch Christine Lavant – einen hohen ästhetischen Anspruch mit humaner Haltung und gesellschaftskritischem Blick vereinen. Der Preis wird auf Vorschlag des international besetzten Literarischen Beirats der ICLG an Personen vergeben, die in deutscher Sprache schreiben und die von der Öffentlichkeit bereits als wichtige literarische Stimmen wahrgenommen wurden.

Lesen Sie hier die Laudatio von Daniela Strigl

Dem Beirat gehören derzeit die Schriftstellerinnen Friederike Mayröcker und Terezia Mora, die Literaturwissenschaftlerin und Literaturkritikerin Daniela Strigl  und der Professor an der Hochschule der Künste Bern und Mitglied des Literaturclubs des Schweizerischen Fernsehens Thomas Strässle an, ferner Karl Wagner, zuletzt Germanistikprofessor an der Universität Zürich und Klaus Amann , der Gründer und langjährige Leiter des Musil-Instituts der Universität Klagenfurt und Lavant-Herausgeber. Die erste Preisträgerin des bislang ausschließlich von privaten Sponsoren (Ingrid Flick, Allianz-Elementar Versicherung, Hans Schmid Privatstiftung u.a.) finanzierten ersten Christine Lavant Preises ist Kathrin Schmidt.

Foto: Gunter Glücklich

Foto: Gunter Glücklich

Mit Kathrin Schmidt würdigt die Internationale Christine Lavant Gesellschaft eine herausragende Vertreterin der deutschsprachigen Literatur, eine Schriftstellerin, die sich als psychologisch versierte, politisch hellwache und sprachlich virtuose Autorin einen Namen gemacht hat. 1958 in Gotha, in der ehemaligen DDR, geboren, war die Wahlberlinerin als Diplompsychologin, Sozialwissenschaftlerin und Redakteurin tätig, ehe sie 1998 mit einem Ausschnitt aus ihrem Romandebut ‚Die Gunnar-Lennefsen-Expedition‘ beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb reüssierte. Als genuine Lyrikerin hat Kathrin Schmidt sich, wortgewaltig und mit barocker Lust an der Stofffülle, das Terrain der Prosa erobert und mit ihren Erkundungen menschlicher Schicksale in Zeiten des Umbruchs einen subtilen Kommentar zu den Verwerfungen der deutschen Zeitgeschichte abegeben. Wie Christine Lavant bewegt Kathrin Schmidt sich mit Vorliebe in den Lebenswelten der armen Teufel, der Enttäuschten und um ihr Glück Geprellten. Ihre Sphäre ist die Peripherie, die Tristesse der deutschen Vorstadt.

Schmidts empathisches Interesse gilt, auch in ihren Gedichten, dem persönlichen und kollektiven Trauma, der Macht und Ohnmacht des Körpers, den Verwirrungen des Geschlechts. In ihrem Roman ‚Du stirbst nicht‘, für den sie 2009 den Deutschen Buchpreis erhielt, reflektiert sie, einmal mehr mit erstaunlichem Humor und sprachspielerischer Verve, ihre eigene lebensbedrohliche Krankheit, den Verlust von Sprache und Erinnerung als Folge eines Aneurismas – und den langwierigen Weg zurück ins Leben und Schreiben. Als beherzte Chronistin der kleinen Leute wie als Spezialistin für die Kernfragen der Existenz ist Kathrin Schmidt die geradezu ideale erste Trägerin des Christine Lavant Preises.

Lesen Sie hier die Rede der ersten Lavant-Preisträgerin Kathrin Schmidt

Der Preis wurde im Rahmen einer Matinee im Wiener ORF RadioKulturhaus am 13. November 2016 um 11 Uhr vergeben. Die Schauspielerin Andrea Eckert las aus Lavant-Texten, der Saxophonist Edgar Unterkirchner umrahmte die Veranstaltung musikalisch. Die Laudatio sprach Literaturwissenschaftlerin Daniela Strigl, ORF Kulturredakteurin Katja Gasser moderierte.

dsc_9300

Unbenannt

Der Christine Lavant Preis wird unterstützt von:

Förderer:
Druck

HSPS_MFG_Karte_210x105

Sponsoren:

Unbenannt

Medienpartner:

oe1_4c_h

bw16logo

rkh_4c_q

DSC_2345

Christine Lavant – Holzschnitt von Werner Berg.

Für Rückfragen:
Univ. Prof. Dr. Klaus Amann
Tel.: +43 463 238014
Email: klaus.amann@aau.at

Dr. Hans Gasser
Tel.: +43 676 7600491
Email: hans.gasser@christine-lavant.com