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Ein neues Filmprojekt über Christine Lavant

Medienkünstlerin Ina Loitzl
© Peter Putz

Die bildende Künstlerin Ina Loitzl stammt aus Kärnten und obwohl sie seit vielen Jahren in Wien  lebt und arbeitet, hat sie die Verbindung zu ihrem Heimatbundesland nie abreißen lassen.  Sie ist in die Kärntner Kunstszene sehr eingebunden und mit ihren Arbeiten in vielen Ausstellungen präsent. Sie pflegt aber auch eine Affinität zur Literatur, die immer wieder in ihren bildnerischen und filmischen Projekten zum Tragen kommt. Über ihre neueste Arbeit erzählt sie im Gespräch mit Annemarie Türk.

AT: Du hast in den letzten  Wochen einen Kurzfilm über Christine Lavant fertig gestellt. Nach einer Arbeit über Ingeborg Bachmann ist dies nun deine zweite filmische Auseinandersetzung mit einer Schriftstellerin. Was bewegt Dich, Leben und Werk von AutorInnen zum Thema Deiner künstlerischen Arbeit zu machen?

IL: Als ich 2006 von Prof. Friedbert Aspetsberger zu einem Animationsfilm über Ingeborg Bachmann eingeladen wurde, habe ich in der Recherche entdeckt, dass es keine bzw. wenig Erinnerungstafeln zu Ingeborg Bachmann in Klagenfurt gab. So waren z. B. keine bei ihrem Wohnhaus (das nun zu einem Bachmann Museum umgebaut wird) und ihrem Geburtshaus zu finden. Ihr Grab war eines von vielen am Friedhof Annabichl. Ich habe mich dann geleitet von ihrer Monographie und meiner Kamera in Klagenfurt auf die Suche nach ihren Spuren gemacht.

Es stellt für mich als Zeitungsleserin und Hörbuchverschlingerin einen großen Reiz dar – über Schriftstellerinnen, zu denen ich einen Bezug habe, nicht zuletzt durch die gemeinsame Kärntner Heimat – einen Film zu machen. Ihr Leben facettenhaft in Form eines Kurzanimationsfilms in meiner Bildsprache mit ausgesuchten Zitaten aus ihren Werken wiederzugeben. Das ist ein völlig neues Terrain für meine Arbeit. Und zusätzlich möchte ich mich für die mangelnde Präsenz von Künstlerinnen generell stark machen.

AT: Und warum nun Christine Lavant ?

IL: Als ich 2019 im Robert Musil Literaturmuseum mit Heimo Strempfl auf einen Kaffee saß  – neben der Tafel mit ihren Lebensdaten und dem nachgebauten Zimmer – wurde mir klar – die Lavant ist die Frida Kahlo der Kärntner Literatur ! Auch wenn das Zimmer dort noch so schrullig ist – ich liebe seit Kindestagen Heimatmuseen, da sie mir das Gefühl der Präsenz dieser Menschen aus einer vergangenen Zeit vermitteln. Die Lavant war mir auf einmal sehr nah.

In dem Moment entstand das Bedürfnis, einen Animationsfilm über sie zu machen. Zusätzlich gibt es zu meiner eigenen künstlerischen Arbeit Parallelen: Ich nähe Textilobjekte und Christine Lavant hat über viele Jahre ihr Geld als Strickerin verdient. Und ich fertige seit über 7 Jahren Scherenschnitte an, diese Praxis schafft eine Nähe zu den Holzschnitten von Werner Berg.

AT: Eine bildende Künstlerin entwickelt sicherlich einen ganz besonderen Blick auf eine Dichterin. Sind es biografische Momente und/oder das literarische Werk, das Dich dabei besonders interessiert ?

IL: Zuerst war es ihr Leben, ihr Leiden, ihre Kindheit und Jugend, ihre schwierige Beziehung zu Werner Berg, ihre besessenen Schreibphasen und ihr Aufenthalt in der Psychiatrie.

Durch diese Auseinandersetzung bin ich immer mehr in ihre Gedichte eingetaucht – und es wurde mir klar, wie sehr sie mit einem recht reduzierten Vokabular so wunderbar surreale Bilder erzeugen konnte – ihre Sprache ist unglaublich phantastisch und bildhaft zugleich – ein Geschenk für mich als bildende Künstlerin.

AT: Du hast einen sehr assoziativen Zugang gewählt – Textausschnitte, das Kopftuch, das für Christine Lavant so charakteristisch ist ….

IL: Ja natürlich kannte ich das Zitat von Fabjan Hafner – die Lavant ohne Kopftuch! Ich konnte überhaupt mit vielen viele Gespräche über sie führen. Das Kopftuch, das sie wegen ihrer Brandverletzungen trug, hat sie in die Ecke der kopftuchtragenden Frauen am Land gedrängt. Aber sie war – ähnlich traditionell, aber doch anders wie Frida Kahlo gekleidet – alles andere als angepasst. Sie hat geraucht, getrunken, sie muss unglaublich witzig und ironisch gewesen sein – wie mir erzählt wurde – und konnte eine ganze Runde unterhalten. Sie war ganz und gar kein altes Weiblein, sie schrieb auch nie in Mundart, was man vielleicht aufgrund ihres Äußeren hätte annehmen können.

Ich wollte sie zeitgenössischer darstellen, ins hier und heute holen – daher auch der Lolli, die Wasserwege in Form von Stauseen, Bächen, Wasserfällen, sie ging ja gerne spazieren; das Lungenbild, um ihre Krankheit zu thematisieren; ihren Geburtstag – als Jahr der freiwilligen Einweisung. Das leere Atrium, sie immer alleine im Raum – das soll auch ihre Konzentration auf ihre Tätigkeit – das Schreiben und Lesen – ins Bild rücken.

Lavant Lyrik
© Ina Loitzl

AT: Wie kam es zu dieser Textauswahl ?

IL: Das war ganz assoziativ und ich habe nachTexten gesucht, die das Thema Wasser behandelten– immerhin hat sie ihr Pseudonym auf den Fluss ihrer Umgebung aufgebaut. Weiters war ihre Einsamkeit immer Thema und die Nächte, ich denke – dass lag an ihren Schlafstörungen – in der Nacht vermittelt einem die Stille dieses Gefühl des Alleinseins.  Das manische Schreiben mit den vielen Papierschleifen – nicht enden wollendes Papier und eine intensiv bewegte schreibende Hand  – so war sie in ihrem Element.  

AT: Der Titel Deines Films – Ich, die Lavant – klingt sehr selbstbewusst, ist Ausdruck einer Selbstbehauptung der Dichterin.  Was bewog Dich, diesen Titel zu wählen ?

IL: Ich war geschockt – dass trotz der Preise, die sie zeitlebens erhielt, keine Monografie publiziert wurde. In Bachmanns Fall gab es eine. Kaum Filmmaterial – die Ausnahme bildet der mir im Robert Musil Literaturhaus gezeigte Schulfilm aus dem Jahr 1968.

Maja Haderlap hat die Erzählung „Das Wechselbälgchen“ dramatisiert und mit dem Puppenspieler Nikolaus Habjan  2015 im Wiener Volkstheater auf die Bühne gebracht. Ohne die Internationale Christine Lavant Gesellschaft wäre sie nicht sichtbar. Obwohl sie ein unglaubliches Werk geschaffen hat, das nun endlich in 4 Bänden erschienen ist. Dieses Schicksal teilen so viele Künstlerinnen, ohne ordentliche Nachlassverwaltung, ohne Monographien, ohne Museen, die ihr Werk betreuen, werden sie immer unsichtbarer. Im schlimmsten Fall verschwinden sie ganz.

AT: Wo ist dieser Film entstanden? Soviel ich weiß nicht in Kärnten, nicht im Lavanttal, sondern andernorts. Ein Zufall?

IL: Nein, ich war bei ihrem Grab in St. Stefan, am Thonhof – habe dort die ersten Filmversuche gemacht. Dann wurde mir klar, ich möchte sie aus diesem Tal herausholen, sonst bleibt sie ewig nur die Dichterin aus dem Lavanttal. Daher kam mir die drei-wöchige Artist in Residence Zeit auf Schloß Wiespach in Hallein gerade recht – das Wasser, die Salzach und ihre Nebenflüsse,  die Natur, die Altstadt mit der alten Architektur kamen mir sehr passend vor. Das blaue, künstlerisch gestaltete Zimmer am Dachboden des Schloß Wiespach waren dann der Tupfen auf dem I.

AT: Hast Du bei der Produktion dieses Films an eine bestimmte Zielgruppe gedacht oder einen bestimmten Ort ? Der Film über Ingeborg Bachmann ist ja im Musil Museum zu sehen ….

IL: Es sollte ein Film für jung und alt werden – ein Film für Lavant Groupies aber auch Kunst-, Film- und natürlich auch Literaturbegeisterte.

Es gab ein erstes Vorscreening zu den Donnerszenen gemeinsam mit dem Robert Musil Literaturmuseum und Dr. Heimo Strempfl im Sommer 2021 in Klagenfurt.

In Gmünd im Kulturkino hatte der Film im Oktober 2021 sein zweites Screening und ein weiteres kleines Publikum. Als Vorfilm vor einem französischen Film über eine Bibliothek zurückgewiesener Bücher: „Der geheime Roman des Monsieur Pick“. Auch Lavant hatte so viele Texte, die erst lange nach ihrem Tod veröffentlicht wurden.

Für Festivals hat der Film „I, die Lavant“ nicht die klassische Länge mit über 16 Minuten, für einen Kurzfilm ist er zu lang, und zu kurz für Spielfilme.

Daher wäre „I, die Lavant“ für einen musealen Raum mit einem permanenten Screening ideal. Ob er in das Lavant Zimmer in Klagenfurt findet oder in das Lavant Haus oder ins Werner Berg Museum in Kärnten?

Er sucht noch Asyl – über einen Ankauf durch das Land oder einer privaten Institution würde ich mich sehr freuen – mir schwebt auch eine Rauminstallation gepaart mit einem Filmscreening vor.

Zuerst müsste aber eine Institution Interesse zeigen – ich werde jetzt mal anklopfen – oder noch besser – ich bin offen für Vorschläge und Einladungen und Ideen.

Übrigens: bei den Donnerszenen – wo ich auch die Scherenschnitte, die dann kaum Teil des Films geworden sind, mit gezeigt habe – war ich so aufgeregt wie noch nie. Ich wusste nicht, wie Literaturaffine mit meinem Lavantbild umgehen würden. Es gab sehr positives Feedback danach – auch von meiner mit mir am Podium sitzenden älteren und geschätzten Kollegin Caroline.

Was für eine Freude für mich!

Manisches Schreiben
© Ina Loitzl

Gerne nehme ich Ideen und Vorschläge entgegen oder beantworte Fragen.
Sie erreichen mich unter:
Ina.loitzl@gmx.net
www.inaloitzl.net

Biographie
Ina Loitzl studierte am Mozarteum in Salzburg Grafik, Visuelle Medien und Textilkunst und in Wien an der Universität für Angewandte Kunst bei Prof. Peter Weibel. Sie arbeitet mit den unterschiedlichsten Medien – Fotografie, Trickfilm, Video, Objektkunst und Installation. Selbst Künstlerin, Ehefrau und Mutter, untersucht sie die verschiedenen Rollenbilder, die Frauenkörpern von der Gesellschaft zugeschrieben werden. Mit ihren textilen Objekten, führt sie traditionelle, weibliche Techniken in ihrer Skurrilität ad absurdum.

Die Liste der musealen Ausstellungen ist lang, international und reicht von der Albertina Wien bis zum National Taiwan Museum. Ihre Werke finden sich in vielen öffentlichen wie privaten Sammlungen in Österreich, Italien und Rumänien.

Zur Zeit sind fast alle ihrer Scherenschnittarbeiten im Museum Angerlehner in Thalheim bei Wels zu sehen. Bis 20. März 2022.

Internationale Christine Lavant Gesellschaft auf der Buch Wien 2021

2020 musste die Wiener Buchmesse aus Gründen der Pandemie abgesagt werden, 2021 aber wird die Begegnung von Verlegern, SchriftstellerInnen, ÜbersetzerInnen, LiteraturkritikerInnen und dem literaturbegeistertem Publikum wieder möglich sein. Die Messe Wien öffnet erneut die Tore und lädt zu einem lebendigen Austausch über Bücher.

Wie seit Jahren ist die Internationale Christine Lavant Gesellschaft auch 2021 zu Gast auf der Buch Wien. Katja Gasser, Mitglied des literarischen Beirats und künstlerische Leiterin des Österreich-Schwerpunkts bei der Leipziger Buchmesse 2023, spricht mit der sechsten Lavant-Preisträgerin Maja Haderlap über die Kärntner Dichterin und welchen Einfluss deren Werk auf sie und ihre literarische Arbeit hatte und hat.

Lavant-Preisträgerin Maja Haderlap,

Samstag, 13. November 2021 um 13 Uhr

Der Standard-Bühne, Geschichtsbewusstsein und poetische Größe – die Gewinnerin des Christine Lavant Preises 2021 Maja Haderlap  im Gespräch mit Katja Gasser

Eintritt nur mit 2G möglich. Aufgrund der sich laufend verändernden Verordnungen und Maßnahmen, bitte vor dem Besuch unter buchwien.at/covid19 sich über die aktuellen Regelungen informieren.

Messe Halle D

1020 Wien, Trabrennstraße – Ausgang U2 Krieau

Vorverkauf in allen Thalia-Buchhandlungen (28.9.-9.11.), im Online-Ticketshop: buchwien.at/tickets

oder an den Tageskassen

Neuer Literarischer Beirat

Klemens Renoldner © Sabine Mardo

In der Vorstandssitzung am 27. Mai 2021 wurde der seit der Gründung der Internationalen Christine Lavant Gesellschaft tätige Literarische Beirat mit großem Dank verabschiedet und die über 5 Jahre geleistete Arbeit gewürdigt. Neben der vierbändigen Werkausgabe, die vom Vorsitzenden des Beirats, Prof. Dr. Klaus Amann als Herausgeber erarbeitet wurde, war es vor allem die Initiative für den Christine Lavant Preis, der nicht nur an das Werk von Christine Lavant erinnern, sondern auch dessen Bedeutung für die nächsten Schriftstellergenerationen deutlich machen soll. Die Auswahl der bisherigen PreisträgerInnen war entscheidend, dass sich dieser Preis in den letzten Jahren sehr gut etablieren konnte und mehr und mehr mediale Aufmerksamkeit und Anerkennung in der Literaturszene erfährt.

Es ist gelungen, für den neuen Beirat großartige Persönlichkeiten des literarischen Lebens aus Österreich, Deutschland und Südtirol zu gewinnen. Für die kommenden 3 Jahre wurden folgende ExpertInnen berufen:

Dr. Katja Gasser leitet seit 2008 das Literaturressort des ORF. Sie war und ist Mitglied in mehreren Literatur-Jurys. 2007 erhielt sie den Prälat-Unger-JournalistInnenpreis und wurde 2019 mit dem Österreichischen Staatspreis für Literaturkritik ausgezeichnet.

Univ-Prof. Mag. Monika Rinck ist eine deutsche Schriftstellerin und verfasst Lyrik, Prosa und Essays, die sie in verschiedenen Verlagen und zahlreichen Anthologien veröffentlichte. Sie ist auch als Übersetzerin tätig und lehrte u. a. am Deutschen Literaturinstitut Leipzig, seit Oktober 2020 am Institut für Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. 2015 mit dem Kleist Preis, 2017 dem Ernst-Jandl-Preis und 2020 dem Berliner Literaturpreis.

Dr. Ferruccio Delle Cave leitet seit 1998 die Fachgruppe Literatur im Südtiroler Künstlerbund und ist seit 2008 dessen Vizepräsident. Er ist als freier Publizist und Kurator des internationalen „Lyrikpreises Meran“ und des „Franz-Tumler-Preises“ tätig.

Mag. Robert Huez,  war von 1992 bis 2008 Geschäftsführer des Vereins der Bücherwürmer in Lana/Südtirol. Seit 2008 leitet er das Literaturhaus Wien und die Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur. Veröffentlichungen in Zeitschriften, Anthologien, Kunst-Katalogen.

Martin Kusej wurde als Regisseur an vielen, namhaften deutschsprachigen und slowenischen Theater- und Opernhäusern bekannt. Von 2004 bis 2006 Schauspieldirektor der Salzburger Festspiele, wurde er 2011 zum Intendanten des Bayrischen Staatsschauspiels in München ernannt. Seit 2019 leitet er als Künstlerischer Direktor das Wiener Burgtheater. Seit 2013 hat er zudem eine Professur für Regie am Reinhardtseminar der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien inne.

Vorsitzender des Literarischen Beirats ist Dr. Klemens Renoldner.
Der Literaturwissenschaftler, Dramaturg und Schriftsteller Renoldner war am Burgtheater in Wien ebenso tätig, wie als Chefdramaturg der Wiener Festwochen, an den Münchner Kammerspielen, am Schauspielhaus Zürich und am Stadttheater in Bern. Von 1998 bis 2002 war er Schauspieldirektor, Chefdramaturg und Regisseur am Theater in Freiburg im Breisgau. Zahlreiche Lehraufträge an Universitäten in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Er war Gründungsdirektor des Stefan Zweig Zentrum der Universität Salzburg, das er von 2008 bis 2018 leitete. Als Schriftsteller veröffentlichte er Romane, Erzählungen, Essays und Theatertexte. Der neue Beirat wird noch im Juni 2021 seine Arbeit mit der Jury-Sitzung für den Christine Lavant Preis 2021 aufnehmen.

Wir trauern um Friederike Mayröcker

Foto: Friederike Mayröcker © APA Fotoservice/Peter Hautzinger

Die große österreichische Dichterin Friederike Mayröcker starb am 4. Juni 2021. Sie war der Internationalen Christine Lavant Gesellschaft sehr verbunden und gehörte dem Literarischen Beirat von Beginn bis zu Ihrem Tode an. Wir danken ihr und verneigen uns in Ehrfurcht.

„Nur von großer Dichtung gilt: Ein Stück von ihr bleibt in der Sprache. Friederike Mayröcker hat es mit ihrem Werk dahin geschafft.“ schrieb Klaus Kastberger in seinem Nachruf im Falter (23/21 am 9. Juni 2021)

Foto: Friederike Mayröcker mit Lavant-Herausgeber Klaus Amann bei der Christine Lavant Preisverleihung 2017 – © APA Fotoservice/Peter Hautzinger

Lavant lesen

Foto: Angela Krauß © Suhrkamp Verlag Foto: Judith Schalansky – Foto: Johanne Ruebel

Die 2019 begonnene Gesprächsreihe über das Werk von Christine Lavant wird mit den Preisträgerinnen des Christine-Lavant-Preises 2019 und 2020, Angela Krauß und Judith Schalansky, fortgesetzt.

Lavant lesen IV
5. Mai 2021, 19 Uhr
Angela Krauß & Karl Wagner –
„Ich hab ja auch Zeiten, wo ich grundlos glücklich bin“.

Die Christine-Lavant-Preisträgerin 2019 liest ihre Lieblingstexte der Dichterin – Gedichte und Prosa – und spricht darüber mit Karl Wagner (Literaturwissenschaftler, Mitglied des Literarischen Beirats der ICLG und Juror).

Lavant lesen V
15. Juni 2021, 19 Uhr
Judith Schalansky & Daniela Strigl –
„O Mond, dir steht das Kranksein gut“

„Wie überschaubar das Rollenangebot am Rande der Gemeinschaft ist,
wusste Christine Lavant längst, als man ihr als ›Schmerzensfrau‹ und
›sibyllinisches Wesen‹ zu huldigen begann – und ihre Entwicklung vom
bitterarmen, moribunden Kind zu einer hoch dekorierten Lyrikerin nur als
Heiligenlegende zu erzählen vermochte. Auch die Überhöhung kann eine
Erniedrigung sein. Und ein Kopftuch durchaus wie eine Narrenkappe
getragen werden.“ (Judith Schalansky)

Die Christine-Lavant-Preisträgerin 2020 liest ihre Lieblingstexte der
Dichterin und spricht darüber mit Daniela Strigl.

Ort: Literaturhaus Wien – 1070 Wien, Seidengasse 13/Ecke Zieglergasse

Ein Projekt der Internationalen Christine Lavant Gesellschaft in Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus Wien

Christine Lavant in Moosburg

Seit dem 20. Dezember vergangenen Jahres ist ein Bildnis von Christine Lavant auf einer Hauswand in Moosburg zu sehen. Über dem Eingang zur Apotheke wird im Rahmen einer „Galerie der Gedanken“ das wunderbare schwarz/weiß Foto von Ernst P. Prokop gezeigt. Christine Lavant an einem Tisch sitzend, rauchend und hinter der Hand vor ihrem Gesicht ist ein Lächeln zu ahnen – „Ich habe ja auch Zeiten, in denen ich grundlos glücklich bin“.

Einer der Initiatoren und Begleiter des Projekts ZUMGLUECK.JETZT Dr. Arnold Mettnitzer, berichtet.

Dritte Lavant-CD von Ramona Kasheer erschienen

Foto: CD-Cover Herzhandteller
Foto: CD-Cover Herzhandteller

Die Musikerin Ramona Kasheer veröffentlichte Ende 2020 ihre nunmehr dritte CD, auf der sie sich mit dem Werk von Christine Lavant auseinandersetzt.

Das Gedicht „Herzhandteller“ eröffnet den Reigen von 10 Liedern und gibt der CD auch den Namen.

Ramona Kasheer hat 10 Texte aus den beiden Lyrik-Bänden der Werkausgabe (zu Lebzeiten veröffentliche Gedichte sowie Gedichte aus dem Nachlass, Wallstein Verlag) und dem Band „Kunst wie meine ist nur verstümmeltes Leben“ (Otto Müller Verlag), vertont und eingespielt. Sie begleitet sich wie immer selbst auf der Gitarre und spielt Klavier. Neu ist die Zusammenarbeit mit dem Bandeonisten Ruei-Ran Wu und der Theremin-Spielerin Pamela Stickney. Ihre langjährigen Begleiterinnen, die Streicherinnen des Koehne-Quartetts, unterstützensie bei Lied Nr. 6 „Tänzer“.

Die CD „Herzhandteller“ wie auch die ersten beiden CDs „Du von draussen, ich von drinnen“ und „Fluchtwurzel“ können ab sofort bei coalbox@ramonakasheer.com  bestellt werden.

Aufzeichnungen aus dem Irrenhaus im Theater Akzent

Gerti Drassl, Foto: Yasmina Haddad
Gerti Drassl, Foto: Yasmina Haddad
Brot & Sterne: Foto: Hans Ringhofer
Brot & Sterne: Foto: Hans Ringhofer

Sechs Wochen verbrachte Christine Lavant als Zwanzigjährige in der „Landeskrankenanstalt“ Klagenfurt, nachdem sie einen Suizidversuch mit Medikamenten unternommen hatte. Elf Jahre später, im Herbst 1946 schrieb sie über ihre Erlebnisse mit Patientinnen, Pflegerinnen und Ärzten in der Institution Psychiatrie. Vor allem aber über ihre Selbstwahrnehmungen, die Zustände des eigenen Bewusstseins und Unterbewusstseins in dieser existenziellen Situation. Überscharf und mit höchster Intensität setzt die Autorin konkrete Situationen ins Bild, den Klinikalltag, die Behandlungen, die implizite Gewalt und die Strategien des Überlebens; alles ist dabei durchdrungen von apokalyptischen Phantasien.

Gerti Drassl gestaltet diesen inneren Monolog mit Empathie und Präzision. Glasklar und eindringlich macht sie selbst die leisesten Zwischentöne hörbar. Die abstrakten Klänge von Brot & Sterne erzeugen eine akustische Kulisse, die den Text einbetten. Es entsteht eine Wort & Musik-Erzählung von großer Intensität.

Termin: 14. April 2021, Theater Akzent, Beginn: 19:30 Uhr

Preise: Euro 35/25,-

Lavant lesen IV und V mit Angela Krauß und Judith Schalansky

Angela Krauß, Lavant-Preisträgerin 2019. Foto: APA - Ludwig Schedl
Angela Krauß, Lavant-Preisträgerin 2019. Foto: APA – Ludwig Schedl
Judith Schalansky mit Protektor Hans Schmid. Foto: APA - Martin Hörmandinger.
Judith Schalansky mit Protektor Hans Schmid. Foto: APA – Martin Hörmandinger.

5. Mai und 15. Juni 2021 jeweils um 19:00 Uhr – Literaturhaus Wien (1070 Wien, Zieglergasse 26A)

Die während der Ausstellung „Christine Lavant. Ich bin wie eine Verdammte die von Engeln weiß“ 2019 im Literaturhaus Wien begonnene Lese- und Gesprächsreihe „Lavant lesen“  sollte 2019 fortgeführt werden. Die Beschränkungen während der Lockdowns im Frühjahr wie auch im Herbst zwangen uns zur Absage der geplanten Abende mit Angela Krauß, der Preisträgerin 2019,  wie auch jenen mit der Preisträgerin 2020 Judith Schalansky.

Beide Veranstaltungen werden nun im Frühjahr 2021 nachgeholt.

Am 5. Mai kommt Angela Krauß ins Literaturhaus und wird gemeinsam mit Dr. Karl Wagner, Mitglied des literarischen Beirats der Internationalen Christine Lavant Gesellschaft und Juror, einen Abend zu  Christine Lavant gestalten: „Ich hab ja auch Zeiten, wo ich grundlos glücklich bin“.

Am 15. Juni lesen und diskutieren dann Judith Schalansky und Daniela Strigl, auch sie Mitglied des literarischen Beirats der ICLG und Jurorin.

Exklusiv für unsere Mitglieder: Lavant Werk zum Weihnachts-Sonderpreis

Fotos: Wallstein Verlag

Am 11. Oktober 2020 wurde anlässlich der Verleihung des Christine Lavant Preises an Judith Schalansky im RadioKulturhaus erstmals das Gesamtwerk von Christine Lavant in einer kunstvoll gestalteten Kassette präsentiert. Auf insgesamt 2998 Seiten in vier Bänden: Zu Lebzeiten veröffentlichte Gedichte – Zu Lebzeiten veröffentlichte Erzählungen – Gedichte aus dem Nachlass – Erzählungen aus dem Nachlass. Seit Ende Oktober gibt es die Kassette aus dem Wallstein Verlag nun auch im Buchhandel zum Ladenpreis von € 99,00.

Mitglieder unserer Gesellschaft können diese Kassette jetzt zum Sonderpreis von € 75,00 inklusive Versandkosten bestellen und noch vor Weihnachten erhalten. Ein Kontingent für die Mitglieder der Internationalen Christine Lavant Gesellschaft macht dies möglich.

So einfach geht’s zur Weihnachtsaktion:  bis spätestens 4. Dezember eine Mail an office@christine-lavant.com mit Angabe der Lieferadresse oder ein Anruf unter +43-1- 961 82 82-33. Die Rechnung erhalten Sie noch im Dezember per e-Mail oder per Post an Ihre Mitgliedsadresse.

Nutzen Sie diese einmalige Gelegenheit für ein außergewöhnliches Weihnachtsgeschenk!

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