Lieber, kannst du mir vielleicht noch vorher schreiben, ob wir unsere Stunden, Nacht, Nächte, so wie du öfter plantest, irgendwo bei Bäumen und Vögelchen verbringen wollen? Weißt, dann müsste ich etwas Warmes mitnehmen, denn eine ganze Nacht lang wirst du mich ja nicht zudecken können.

Dies schreibt Christine Lavant am 11. August 1951 an den Maler Werner Berg. Über vier Jahre verband die beiden eine innige Liebesbeziehung, aber es war auch eine äußerst schwierige Verbindung. Beide Partner waren verheiratet und Christine Lavants Ehemann, der Maler Josef Habernig, 36 Jahre älter als sie, ein wenig erfolgreicher Maler, war von fanatischer Eifersucht gejagt. Briefe, Begegnungen, alles sollte im Verborgenen geschehen.

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Verena Altenberger – © Michael Dürr,
Martin Kušej – © Regina Hendrich