Seit 1947 vergibt die Stadt Wien Kunstpreise in verschiedenen Sparten – von Architektur und Bildender Kunst über Musik und Literatur bis hin zu Publizistik und Wissenschaften. 2026 geht einer der beiden Förderungspreise der Stadt Wien an Yevgeniy Breyger, Christine Lavant Preisträger 2023. In der Jurybegründung heisst es „Yevgeniy Breyger schreibt eine zeitgenössische, politische Lyrik, die Kriegserfahrung, Identität und gesellschaftliche Realität mit großer formaler Freiheit und persönlicher Dringlichkeit verknüpft“. Die Internationale Christine Lavant Gesellschaft gratuliert herzlich!
Eine neue Tanztheater-Produktion, die dem Werk Christine Lavants gewidmet ist, hatte in diesem Sommer Premiere und war u.a. beim Oberösterreichischen Literaturfestival 4553° in Schlierbach zu sehen.
Tanzland macht Tanz & Kunst im ländlichen Raum hör- und sichtbar. Im Festivalprojekt “Lavantanz” verwandeln eine Künstlerin und zwei Künstler Gedichte und das Leben Christine Lavants in Musik und Tanz: Anne Bennent (*1963 in Lausanne, int. renommierte Schauspielerin und Sängerin), Karl Ritter (*1959 in Stockerau, Gitarrist, Komponist und Klangmaler), Thales Weilinger (*1982 in Klagenfurt, Tänzer und Choreograph).
Nach einem Studium an der Oxford University in Großbritannien und der University of Notre Dame in Indiana/USA hat sie ihr Weg auch an die Universität Innsbruck geführt, wo ihre intensive Auseinandersetzung mit deutschsprachiger Literatur begonnen hat.
Die Liste ihrer Übersetzungen ist lang, ebenso wie die Liste all der Auszeichnungen, die sie für ihre Übersetzungen aus dem Französischen und Deutschen erhielt. Hervorgehoben seien in diesem Newsletter aber ihre Übersetzungen von gleich vier Preisträger:innen des Christine Lavant Preises: Klaus Merz, Maja Haderlap, Alois Hotschnig und Laura Freudenthaler.
AT: Sie sind eine ausgewiesene Kennerin österreichischer Gegenwartsliteratur, – wie und wann entdeckten Sie Christine Lavant und was hat Sie bewogen, Erzählungen von ihr zu übersetzen.
Tess Lewis: Bis vor fünfzehn Jahren kannte ich Christine Lavant nur als Dichterin und Verfasserin der Aufzeichnungen aus einem Irrenhaus. Als ich Ende der Nullerjahre hauptberuflich zu übersetzen anfing, haben mir öfters ‚meine‘ Autor*nnen die Erzählungen von Christine Lavant empfohlen. So habe ich sie als Erzählerin entdeckt und war sofort angetan. Meine starke Anziehung ist nicht überraschend, weil die Schriftsteller*nnen, deren Texte mir besonders am Herzen liegen, wie zum Beispiel Klaus Merz, Alois Hotschnig und Maja Haderlap, um nur die Lavantpreisgekrönten zu nennen, so verschieden sie auch sind, eine tiefliegende Wahlverwandtschaft mit Christine Lavant zeigen, sei es eine tiefsinnige Empathie mit Machtlosen und Leidenden, ein Gespür für die Skurrilität der menschlichen Bedingung und für ihre Würde, oder ein Verständnis für den Hang zur Selbsttäuschung. Zudem finde ich Lavants Begabung, ganze Welten in den unwahrscheinlichsten und am wenigsten verheißungsvollen Schauplätzen zu schaffen, sehr eindrucksvoll, und ich wollte englisch-sprachigen Leser*nnen ein Fenster zu diesen Welten öffnen.
AT: Mich hat Ihre Auswahl der Erzählungen sehr beeindruckt, denn darunter sind auch einige, die nicht so oft rezipiert werden und auch im deutschen Sprachraum nur wenigen bekannt sind. Warum diese Erzählungen ? Was war für Ihre Auswahl entscheidend?
Tess Lewis: Meine Auswahl wurde zu gleichen Teilen von Begeisterung und Strategie bestimmt. Ich wollte Lavants Erzählungen in ihrer ganzen Vielseitigkeit und Subtilität, ihrer schelmischen Ironie, ihrem Humor, wie auch in ihrer sozialkritischen Wucht vorstellen, aber der Verlag hat mir nur 300 Seiten erlaubt. Natürlich mussten ‚Das Wechselbälgchen‘ und ‚Das Kind‘ dabei sein. ‚Kubinchen‘ finde ich einfach großartig wegen Lavants bissigem Spiel mit dem Autobiographischen—bevor sie in Kubinchen (aus Konkubine) umbenannt wurde, hatte die Protagonistin, Ernelinde, eine Zivilehe geschlossen mit einem älteren, mittelosen Maler namens Habewohl (später als Habenichts gespottet). Es ist eine sanfte Rachegeschichte auf mehreren Ebenen. ‚Nell‘ entwickelt die Kritik an der Katholischen Kirche weiter, die im Wechselbälgchen schon präsent ist, und hat eine wunderbare Heldin, die so imposant wie befremdlich ist. Ich wollte auch kürzere Erzählungen wie ,Der Taschendieb‘ und die Tierfabel ‚Honighälslein‘ aufnehmen. Die erste ist eine knappe Entblößung der düsteren Seiten des friedlichen Dorflebens, und die zweite eine verschmitzte Spiegelung menschlicher sozialer und familiärer Machtverhältnisse auf einem Hühnerhof. Und als letzte wählte ich ‚Die dunkle Wölbung meines Herzens‘, die Christine Lavant kurz nach ihre Entdeckung Rilkes geschrieben hat, damit die Leser*nnen auch ein Gefühl für das Lyrische in ihrem Schreiben bekommen könnten.
Das war keine leichte Aufgabe. Wenn diese Erzählungen in der Anglosphäre Anklang finden, hoffe ich einen zweiten Band herauszubringen. Es gibt noch viele Schätze zu bergen.
AT: Was sind die Herausforderungen beim Übersetzen von Texten Christine Lavants?
Tess Lewis: Herausforderungen gibt es viele, und sie sind enorm. Für mich ist Lavants Prosa eine Art literarische art brut. In ihrer Prosa hält sie eine feine Balance zwischen Naivität und Scharfsinn. So eine Balance war auf Englisch sehr schwer zu finden. Zudem ist ihr Stil stark vom mündlichen Erzählen geprägt und Dialekt-gefärbt. Ihre Diktion hat oft einen altertümlichen Ton, wegen ihrer Vorliebe für Wörter, die nur im Grimms Wörterbuch zu finden sind, wie zum Beispiel ‚Mutterkugel‘, Armutei‘, ‚gerechtelt, oder ‚Krampel‘. Auch benutzt sie Wörter oder Redewendungen, die ganz ihrem eigenen Idiolekt gehören, wie ‚langefort‘, oder ‚Abpost‘. Ohne das Glossar von Klaus Amann (und seine Unterstützung, als ich jahrelang nach einem Amerikanischen Verlag suchte) wäre mir diese Übersetzung unmöglich gewesen. Die Erklärungen und Geduld meiner Kärntner Freunde waren auch unverzichtbar.
AT: Vermutlich ist Christine Lavant in den USA nicht oder nur sehr wenigen Literaturinteressierten bekannt. Wie glauben Sie, werden amerikanische Leser:innen auf die Erzählungen von Christine Lavant reagieren? Was kann diese Kärntner Dichterin, die vor 53 Jahren starb, Amerikaner:innen heute vermitteln?
Tess Lewis: Die Aufzeichnungen sind im Jahr 2004 auf Englisch erschienen, und vor zehn Jahren hat der Übersetzer David Chorlton eine zwei-sprachige Auswahl ihrer Gedichte veröffentlicht, beide Bücher in kleinen Verlagen. Leider ist Christine Lavant dadurch aber kaum zur Kenntnis genommen worden. Ich hoffe, die Erzählungen werden aufgrund der Reichweite von New York Review Books viele neue Leser*nnen erreichen und überzeugen können. Christine Lavant ist aber nicht nur eine begabte Erzählerin. Ich bin überzeugt, dass sie uns gerade in diesem Moment mit ihrer klaren, illusionslosen Sicht auf die Auswirkungen der Religion viel zu vermitteln hat —besonders, wenn unbeugsame Gläubige in Machtpositionen sind—und in Bezug auf die verdeckten und offenen Verflechtungen von unserem Innenleben und Gewalt. Haben wir den Feudalismus tatsächlich hinter uns gelassen? Was macht ihn immer noch so verlockend?
In den Vereinigten Staaten gibt es einige mit Christine Lavant vergleichbare Schriftstellerinnen, die zeitgleich mit ihr geschrieben haben. Katherine Anne Porter, Eudora Welty, und Flannery O’Connor—alle drei aus dem Süden—beschäftigen sich in regional verorteten, mündlich geprägten Erzählungen mit den gleichen Themen: den Schäden, die sich durch Armut und eine hierarchisch geprägte Gesellschaft für Seele und Psyche ergeben zum Beispiel, oder wie belastete Menschen mit der Religion und mit kirchlichen Missständen hadern. Und wie Christine Lavant haben diese Schriftstellerinnen ein feines Gehör für den dörflichen Tratsch. Besonders Welty und O’Connor sind hier noch sehr präsent und haben eine große Leserschaft, die auch für die Erzählungen Christine Lavants zu gewinnen sein müsste.
AT: Ganz allgemein, – warum soll man Christine Lavant heute, in diesen schwierigen Zeiten, lesen, nicht nur in den Vereinigten Staaten und im deutschen Sprachraum – was hat uns diese einzigartige Frau heute noch zu sagen?
Tess Lewis: Außer der Klarsicht auf Machtverhältnisse und gesellschaftliche Scheinheiligkeit, die ich in meiner letzten Antwort erwähnt habe, finde ich ihren einzigartigen Umgang mit der Sprache als ein wichtiges Vorbild und Inspiration, angesichts der zunehmenden Abstumpfung unserer Ausdruckskraft sowie unserer Vorstellungskraft durch angreifende Algorithmen und LLMs (Large Language Models).
AT: Im Frühjahr 2027 wird die Übersetzung dieser Erzählungen erscheinen, ist es denkbar, dass Sie sich künftig auch einmal der Lyrik, den Gedichten Christine Lavants, zuwenden?
Tess Lewis: So sehr ich die Gedichte Lavants bewundere, habe ich nie gewagt, sie zu übersetzen. Mit ihrer Musikalität, ihrer Vielschichtigkeit, mit den Wortspielen, dem starken Rhythmus und den gekonnten Reimen grenzt ihre Lyrik an Unübersetzbarkeit. David Chorlton hat sich in seiner Auswahl hauptsächlich auf ihre Gedichte in freien Versen beschränkt, weil ihre Reime auf Englisch meist ihre Leichtigkeit verlieren. In seinem Notizbuch Seconde Semaison hat der Dichter Philippe Jaccottet die Gedichte Christine Lavants als „so schön wie die alten Kreuze in Landkirchen, wie alter Stoff, grob und rau“ beschrieben. Vielleicht werde ich mich eines Tages dieser Schönheit einigermaßen gewachsen fühlen.
AT: Vielen Dank, dass Sie sich Zeit genommen haben und für Ihr Interesse an Christine Lavant und die Übersetzungen, die helfen ihr Werk in die Welt zu tragen.
Der literarische Beirat der Internationalen Christine Lavant Gesellschaft, dem Manfred Müller, Gudrun Hamböck, Alma Vallaza, Karin S. Wozonig und Erich Klein angehören, hat nach eingehenden Beratungen empfohlen, die Schriftstellerin Laura Freudenthaler mit diesem Preis auszuzeichnen.
Laura Freudenthaler zählt seit vielen Jahren zu den anerkanntesten Schriftstellerinnen Österreichs, die auch international großes Interesse erfahren, wie die vielen Übersetzungen ihrer Werke in mehr als 14 Sprachen beweisen.
Der literarische Beirat begründet diese Entscheidung folgendermaßen:
„Laura Freudenthaler, die in Salzburg geborene und in Wien lebende Autorin und Übersetzerin, steht in der sprachskeptischen, phantastischen und feministischen Tradition der österreichischen Erzählliteratur und fügt ihr eine originelle Stimme und unverwechselbare Perspektive hinzu. Freudenthalers Bücher zeichnen sich durch einen genauen Blick auf die Welt aus, sie schreibt mit einem kritischen Bewusstsein für das, was schiefläuft in der Gesellschaft, im Verhältnis der Geschlechter, im Umgang mit der Natur. Wie im Werk Christine Lavants ist auch in Freudenthalers Erzählungen und Romanen die Literatur Ausdruck individueller Wahrnehmung und zugleich Werkzeug der Beobachtung des großen Ganzen.
Seit ihrem Erzählband „Der Schädel von Madeleine. Paargeschichten“ (2014) probt Freudenthaler immer wieder neue literarische Zugänge zu gelingenden und misslingenden zwischenmenschlichen Beziehungen, präzise, lapidar, mit der Kunst der poetischen Nüchternheit. Im Zentrum ihres Debütromans „Die Königin schweigt“ (2017) stehen ein Frauenschicksal, dessen tragische Wendungen in einer kristallinen Sprache erzählt werden, und die Frage nach der Möglichkeit, sich aus einem Leben heraus zu erzählen. In ihrem zweiten Roman „Geistergeschichte“ (2019) bringt die unzuverlässige Erzählerin das Gefüge der Geschichte ins Wanken und mit „Arson“ (2023) liefert die Autorin einen ebenso eleganten wie grausamen Beitrag zur Climate-Fiction, greift aber auch weit über dieses Genre hinaus. In ihrem jüngsten Roman „Iris“ (2026) seziert Freudenthaler unsere Gegenwart und zeigt eindrücklich, dass sich Machtmissbrauch in die Körper einschreibt und niemand davon unberührt bleibt.
Laura Freudenthalers Figuren stehen in einem erzählerischen Kosmos der beiläufigen Ungeheuerlichkeit, der aus dem individuellen Erleben und Erfahren ein Abbild einer Welt an der Kippe, am Rande des Untergangs macht. Die diesjährige Preisträgerin des Christine-Lavant-Preises schreibt in konzentrierten Erzählbewegungen, dicht und schnörkellos, über die großen Themen, über Identität und Körpererfahrung, Erinnerung und Verlust, über das Gelingen und das Scheitern, über Klimakatastrophe und weibliche Selbstbehauptung Geschichten, die man nicht mehr vergisst“.
Laura Freudenthaler
Geboren 1984 in Salzburg, lebt und arbeitet in Wien.
Sie debütierte 2014 mit dem Erzählband „Der Schädel von Madeleine“. Für ihren Roman „Die Königin schweigt“ (217) erhielt sie den Förderpreis zum Bremer Literaturpreis. Dieser wurde 2018 als bester deutschsprachiger Debütroman beim „Festival du premier Roman“ in Chambéry ausgezeichnet. Für „Geistergeschichte“ (2019), ihren zweiten Roman, erhielt sie den Literaturpreis der Europäischen Union. 2020 gewann sie den 3at-Preis bei der Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt für ihren Text „Der heißeste Sommer“. 2024 wurde sie mit dem Anton-Wildgans-Preis ausgezeichnet.
Zuletzt erschienen im Jung und Jung Verlag Salzburg: „Arson“ (2023) und der Roman „Iris“ (2026), der im März 2026 zum dritten Mal auf Platz eins der ORF-Bestenliste war und der nun für die Longlist zum österreichischen Buchpreis 2026 nominiert wurde.
Auszeichnungen: 2024 Reinhard-Priessnitz-Preis 2024 Outstanding Artist Award in der Sparte Literatur 2024 Anton-Wildgans-Preis 2023 Buchpreis der Salzburger Wirtschaft 2021 manuskripte-Preis 2021 Droste-Förderpreis 2020 3sat-Preis bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt 2019 Literaturpreis der Europäischen Union 2018 Festival du premier Chambéry – bester deutschsprachiger Debütroman 2018 Literaturpreis der Stadt Bremen
Die österreichisch-schweizerische Schauspielerin Franziska Hackl ist seit der Spielzeit 2024/2025 festes Ensemblemitglied am Burgtheater, davor war sie u.a. Ensemble Mitglied am Staatstheater Mainz und dem Residenztheater in München. Einem breiten Publikum ist Franziska Hackl auch aus Film und Fernsehen bekannt, hier waren es mehrere Tatort-Folgen, Landkrimis, München Mord und die TV-Serie Tage die es nicht gab. Nominierungen als Beste Nachwuchsschauspielerin und die Nestroy-Nominierung als Beste Schauspielerin für die Rolle der Medea zeugen von ihrem großen schauspielerischen Potential.
Das Noreia String Quartet besteht aus vier jungen Musikerinnen*, die sich in ihrem Schaffen dem Erarbeiten von außergewöhnlichen und zeitrelevanten Konzertkonzepten verschrieben haben. Gemeinsam teilen sie das Interesse daran, verborgene Schätze auszugraben und sie auf die Bühne zu bringen. Durch ein vielfältiges und lebendiges Programm, das Zusammenwirken mit anderen Kulturbereichen und das Experimentieren mit der Publikumssituation, spielt das Noreia String Quartet gerne mit den manchmal allzu strengen Grenzen eines klassischen Konzertsettings.
Dieser Podcast führt sie ins Literaturhaus Wien zu einem Abend in der Reihe LAVANT LESEN.
Der Schriftsteller Yevgeniy Breyger, 2023 mit dem Christine Lavant Preis ausgezeichnet, lud zu diesem Abend seinen Kollegen und Freund Marko Dinić zu diesem Gespräch und einem gemeinsamen Nachdenken über Christine Lavant ein.
Die beiden Autoren,Yevgeniy Breyger, aus Charkiw in der Ukraine gebürtig, Marko Dinić, in Belgrad aufgewachsen, haben sich in Wien kennengelernt. Seit langem führen sie ein bis heute andauerndes Gespräch über Christine Lavant, bei dem das Vorlesen und Kommentieren ihrer Lieblings-Gedichte im Zentrum steht. Im Literaturhaus Wien, am Abend des 26. Mai 2026, suchten sie zum ersten Mal in einem öffentlichen Rahmen nach dem Ursprung dessen, was sie seit jeher an der Lyrik Christine Lavants fesselt und nicht mehr loslässt. Jeder von Ihnen wählte vier Gedichte, zu Lebzeiten veröffentlichte, wie auch welche aus dem Nachlass, und diskutierten diese – inhaltliche, biografische und poetologische Aspekte berücksichtigend und fanden dabei immer wieder neue Zugänge zum Werk der großen Dichterin.
Seit 2015 zieht sich die Künstlerin Luise Kloos jeden Sommer einen Monat zurück, um ungestört an einem Gedicht von Christine Lavant zu arbeiten. 2024 sind die ersten acht Buchobjekte von Luise Kloos gesammelt als Publikation bei edition keiper erschienen. Sie ist heuer den achten Sommer als „artist in residence“ in Millstatt, um an diesem Gesamtwerk weiterzuarbeiten. Sie zeigt neue Werke aus dem Zyklus.
WO: ALTE SCHULE – Galerie & Kunstwerkstatt: 9872 Millstatt am See, Stiftgasse 4 – der Eintritt ist frei!
WANN: Dienstag, 25. August bis Dienstag,. 22. September 2026
In Folge FÜNF unseres Podcasts liest die international bekannte Schauspielerin Isabel Karajan.
Bei der Verleihung des Christine Lavant Preis, der am 3. Oktober 2021 an die österreichische Schriftstellerin Maja Haderlap vergeben wurde, war die Schauspielerin Isabel Karajan zu Gast. Isabel Karajan las einen Brief, den Christine Lavant Mitte Juli 1958 an den Komponisten Gerhard Lampersberg geschrieben hatte. Es folgte ein Ausschnitt aus der Erzählung „Das Wechselbälgchen“. Anschließend waren fünf Gedichte der Dichterin zu hören. Die Musik zu dieser Lesung stammt von dem Duo Bartolomey-Bittmann, das sind Matthias Bartolomey, Violoncello und Klemens Bittmann, Violine.
Den Podcast LAVANT HÖREN finden Sie auf der Homepage www.christine-lavant.com unter „Der Podcast“ und auf allen gängigen Plattformen wie Spotify, Amazon Music, Apple Music, Deezer und Pocketcasts.
Diese Rubrik möchten wir mit einem Nachtrag beginnen.
Klaus Amann ich ich sein / wer sein? – Zur österreichischen Literatur Klaus Amann,´ist nicht nur der Herausgeber der vierbändigen Werkausgabe von Christine Lavants und wohl beste Kenner Ihres Werks, sondern hat sich mit vielen anderen Vertretern der österreihcischen Literatur ausgeinandergesetzt und über Verflechtungen zwischen Literatur und Politik geforscht und geschrieben. Nun liegt ein Band mit Texten zu/überauch ein ausgewiesener Kenner hat sich auch mit anderen Schriftstellern auseinadnergesetzt. Nun liegt ein Band mit ausgewählten Textenüber Adalbert Stifter, Robert Musil, Peter Handke, Gert Jonke, Werner Kofler und Bodo Hell vor, der im Ritter Verlag erschienen ist. Eine Fundgrube für Liebhaber österreichischer Literatur des 20. Jahrhunderts. Ritter Verlag Klagenfurt, 2025
Die Lavant-Preisträgerin 2020 Judith Schalansky hat wie auch ihre Kollegin Ann Cotton, Preisträgerin 2024 neue Bücher vorgelegt.
Judith Schalansky Marmor, Quecksilber, Nebel. Woraus die Welt gemacht ist. In ihren 3 Texten, mal Essay, mal Erzählung, erkundet sie mit spielerischer Präzision die materiellen Bedingungen des Lebens und nicht zuletzt des eigenen Schreibens. Suhrkamp Verlag 2026
Ann Cotton Poller. Idyllen Poller. Idyllen stellt bukolische Szenen, wie sie Theokrit sammelte, in Medienbildern und Lebenswelten der Gegenwart. Dass Ann Cotton, die der Lyrik misstraut, nun einen reinen Gedichtband vorlegt, überrascht und begeistert. Suhrkamp Verlag 2026
Diese Worte der großen Kärntner Dichterin bilden das Fundament eines Abends, der weit über eine klassische Lesung hinausgeht. Lavants Texte, die zu den tiefsten Ausdrucksformen menschlicher Sprache zählen, erfahren durch die einfühlsame Rezitation von Arnold Mettnitzer und die improvisationsstarken Klänge von Edgar Unterkirchner eine neue, lebendige Dimension.
Wien – Völkermarkt – Am 8. Juni in Wien und am 13. Juni in Völkermarkt verwandeln sich das G’wölb des Pfarrwirt in Heiligenstadt und das Heunburg Theater in Völkermarkt in Orte tiefer lyrischer Kraft und musikalischer Intensität. Unter dem Titel „Diese Welt brennt!“ bringen der bekannte Seelsorger und Psychotherapeut Arnold Mettnitzer und der international renommierte Saxophonist Edgar Unterkirchner das Werk von Christine Lavant auf die Bühne.
Edgar Unterkirchner l., Arnold Mettnitzer r.
TERMINE & ORTE * Was: „Diese Welt brennt!“ – Ein literarisch-musikalischer Christine Lavant Abend * Wer: Arnold Mettnitzer & Edgar Unterkirchner * Wann: Montag, 8. Juni in Wien und Samstag, 13. Juni 2026 in Völkermarkt * Beginn: 18:00 Uhr in Wien – 20:00 Uhr in Völkermarkt * Wo: Pfarrwirt, Pfarrplatz 5, 1190 Wien – Heunburg Theater, 9111 Völkermarkt
ACHTUNG – Der Abend in Wien ist eine Einladung der Internationalen Christine Lavant Gesellschaft für ihre Mitglieder und deren Freunde und Lavant-Interessierte – Anmeldungen bis Freitag, 5. Juni per Mail an office@christine-lavant.com oder telefonisch unter 01-961828-233 – Name und Anzahl der gewünschten Plätze.
Tickets & Informationen für das Heunburg Theater in Völkermarkt: Karten sind über das Heunburg-Kartentelefon unter +43 650 7624395, via E-Mail an karten@heunburgtheater.at oder online auf www.heunburgtheater.at erhältlich.
… ist ein mitreißendes Schauspiel von Daniel Pascal über die tragische Liebe zwischen der Dichterin Christine Lavant und dem Maler Werner Berg. Das Stück basiert auf ihrem Briefwechsel „Über fallenden Sternen“, in einer Inszenierung von Intendant Andreas Ickelsheimer. Nach dem großen Erfolg 2025 wird dieses Biodram im Juni und Juli 2026 in der Heunburg bei Haimburg (Völkermarkt) wiederaufgenommen. Sichern Sie sich gleich Ihre Karten!
Die erste, schicksalhafte Begegnung entfacht eine scheinbar unauslöschliche Liebe – mit deren Nachklang Christine Lavant und Werner Berg ihr Leben lang umzugehen versuchen.
Zwischen wilder Leidenschaft, Verantwortung der Familie gegenüber, Gewissensbissen und tiefer Hoffnung auf eine Nähe, die es nicht geben kann, liegen Verletzungen und doch auch immer wieder Freude und Hoffnung.
Die manches Mal herzzerreißende Situation verwandelt sich in ihren Texten und in seinen Bildern zu bedeutsamsten Werken der österreichischen Kunst, die oft um ihre lebenslange Zuneigung kreisen.
In der Form eines „Biodrams“ – dem theatralen Pendant zum Biopic, eine Wortschöpfung des Autors Daniel Pascal – webt dieser einen Theaterabend, der ausschließlich aus Originaltexten – Wort für Wort „verbrieft“ – die Geschichte von Christine Lavant und Werner Berg zum Leben erweckt und die Menschen hinter den Kunstwerken erlebbar macht.
Wiederaufnahme wegen des großen Erfolges ab 3. Juni 2026!
In Folge 4 des Literatur-Podcast liest die Burgschauspielerin aus einem Brief an eine dänische Rundfunkredakteurin, in dem Christine Lavant über ihre Kindheit in Kärnten berichtet. Es folgen mehrere Gedichte und ein Ausschnitt aus der Erzählung „Die Schöne im Mohnkleid“ aus dem Jahr 1948.
Die Lesung stammt aus der Matinee im Oktober 2025, aus Anlass der Verleihung des Christine Lavant Preises an die deutsche Schriftstellerin Ulrike Draesner im RadioKulturhaus Wien.
Den Podcast LAVANT HÖREN finden Sie auf unserer Homepage www.christine-lavant.com unter „Der Podcast“ und auf allen gängigen Plattformen wie Spotify, Amazon Music, Apple Music, Deezer und Pocketcasts.