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Lavant lesen V – TEIL MICH ENDLICH AUS – mit Monika Rinck und Theresia Prammer

Monika Rinck – © Ute Rinck, Theresia Prammer – © privat

„Diese deine Herbergstelle
hast du lange schon gemieden
und ihr Rauch steigt abgeschieden.
Feigenwurz zersprengt die Quelle,
die dein Brunnen war.
Schon seit Tag und Jahr
üb ich mich im Hungerleiden,
um das Brot nicht anzuschneiden,
das ich aus dem Feuer holte
und mit dir verzehren wollte,
nur mit dir allein!
Härter als ein Stein
und – weiß Gott wovon? – besessen
rollt es schimmlig und vergessen
durch das ganze Haus.
Oft im Traum hör ich es sprechen:
Komm mich schneiden oder brechen,
teil mich endlich aus“

Die Gesprächsreihe „Lavant lesen“,  während der Ausstellung „Christine Lavant. Ich bin wie eine Verdammte die von Engeln weiß“ begonnen, konnte trotz Pandemie bedingter Lockdowns fortgesetzt werden. Am 10. Oktober 2022 treffen die Schriftstellerin, Übersetzerin und Lehrende am Institut für Sprachkunst Monika Rinck und die Autorin und Übersetzerin Theresia Prammer zu einem Austausch über verschiedene Texte der Kärntner Dichterin zusammen.

Überschrieben ist dieser Abend mit der Verszeile „TEIL MICH ENDLICH AUS“, ein Zitat, auf das Theresia Prammer und Monika Rinck im Gespräch immer wieder zurück kommen werden.

Monika Rinck ist Autorin und Übersetzerin. Sie lehrt an der Universität für Angewandte Kunst in Wien. Seit 1998 viele Veröffentlichungen in diversen Verlagen. Im Jahr 2019 erschienen ALLE TÜREN (Gedichte) bei kookbooks, CHAMPAGNER FÜR DIE PFERDE (Lesebuch) im Fischer Verlag, 2022 folgt BEGRIFFSSTUDIO 1 – 4999 bei Spector Books. 2020 hielt sie die Frankfurter Poetikvorlesungen, 2022 erhält sie den Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg. http://begriffsstudio.de/

Theresia Prammer ist Übersetzerin und Autorin. Zuletzt erschienen: Pier Paolo Pasolini: NACH MEINEM TOD ZU VERÖFFENTLICHEN. Späte Gedichte (2021, Suhrkamp). 

In Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus Wien
„Lavant lesen V“
10. Oktober.2022 um 19 Uhr
Literaturhaus Wien, 1070 Wien, Eingang Zieglergasse 26A

Lavant-Matinee 2022: Florian Teichtmeister liest Lavant, umrahmt vom Duo Sonoma

Florian Teichmeister – © Will Turner
Duo Sonoma – © Foto Reichmann

Am 2. Oktober 2022 wird der Christine Lavant Preis zum 7. Mal  verliehen – dieser Preis versteht sich nicht nur als eine Erinnerung an die Kärntner Dichterin Christine Lavant, sondern will auch ihr zeitloses Werk, das immer an essentiellen Fragen rührt und von tiefer Menschlichkeit geprägt ist, lebendig halten und den Leser*innen neu erschließen.

Die namhafte Jury hat in der Vergangenheit diesen Preis an viele bekannte Schriftsteller*innen vergeben, wie etwa Angela Krauß 2019, Judith Schalansky 2020 und Maja Haderlap 2021.

Im Radiokulturhaus wird Florian Teichtmeister zum ersten Mal in den Kosmos Christine Lavants eintauchen und aus ihren Werken lesen, musikalisch umrahmt von dem jungen, aufstrebenden Duo Sonoma aus Kärnten.

Florian Teichmeister zählt zu den prominentesten und markantesten Gestalten des deutschsprachigen Films und Fernsehens und wurde vielfach für seine Rollengestaltungen ausgezeichnet. Seit seinen frühen Zwanzigern ist er auf vielen großen Bühnen zu Hause. Ab 2005 war er Ensemblemitglied im Theater in der Josefstadt, 2019 wechselte er ans Burgtheater.

Das Duo Sonoma – Mira und Sara Gregorič – verbindet seit frühester Jugend die Freude am gemeinsamen Musizieren. Das Musikstudium führte die Schwestern nach Wien und nach Linz, wo sie sich weiter qualifizieren konnten und zu eigenen Kompositionen und Stil fanden. 2021 veröffentlichten sie die erste CD mit dem Titel „DUO SONOMA – 1“.

Das Existenzielle ihrer lyrischen Stimme – Gudrun Hamböck über Christine Lavant

© Foto: Gudrun Hamböck

AT: Neben vielen anderen Literaturprogrammen gestalten Sie auch „Du holde Kunst“, ein Feature mit    langer Tradition und noch immer von vielen sehr gerne gehört. In ihrer Literaturauswahl finden sich in schöner Regelmäßigkeit Gedichte von Christine Lavant. Warum ? Ist dies ihren persönlichen Vorlieben geschuldet oder weil man an dieser Größe der österreichischen Literatur einfach nicht vorbei kann.

Gudrun Hamböck: Zweiteres. Christine Lavants Lyrik ist von hoher Qualität und damit relevant für die Sendung „Du holde Kunst“. Zudem ist sie auch thematisch vielfältiger, als man glauben würde, wenn man sich noch nicht vom Lavant-Klischee der religiösen Schmerzensfrau gelöst hat. Ich denke da zum Beispiel an die ziemlich unverklausulierte Erotik in ihren nachgelassenen Gedichten, aber auch an ihre wunderbaren Naturgedichte und natürlich an diese interessante Ambivalenz in ihrem Gottesbegriff. Daher sind ihre Gedichte auch in Sendungen verschiedenster Thematiken einsetzbar.

AT: Was macht für Sie die Besonderheit dieser Kärntner Dichterin aus, die in ihren Texten so weit über die Enge ihrer Heimat und den schwierigen persönlichen Verhältnissen, hinauswuchs ?

Gudrun Hamböck: Das Existenzielle ihrer lyrischen Stimme, einer Stimme, die sich zu artifiziell gestaltet, um bloß Selbstoffenbarung zu sein.

AT: Die Werke der Christine Lavant zählen zu den Standards der österreichischen Literatur und dennoch sind diese noch nicht so im Bewusstsein auch der literarisch interessierten Öffentlichkeit verankert. Dazu kommt, dass über Jahrzehnte ein Bild ihrer Persönlichkeit gezeichnet wurde, das ihr nicht entsprach und ihr nicht gerecht wurde. Warum ist das so und wie, glauben Sie, kann man dem entgegen arbeiten ?

Gudrun Hamböck: Im restaurativen Nachkriegsösterreich wurde Christine Lavants Dichtung zwar als ideologisch unbelastet gefördert, aber sehr eng katholisch interpretiert. Die Gedichte, die nicht ins Bild passten, blieben unveröffentlicht. Als dann die Dichtung in Deutschland eine politisch engagierte wurde und in Österreich mit der Wiener Gruppe avantgardistisch, verschwanden ihre Gedichte aus den Anthologien. Dazu kommt, dass ihr Werk bis heute von ihrer Person „verstellt“ wird.

Entgegengearbeitet wird dem Lavant-Klischee schon eine Weile; bereits Thomas Bernhards Auswahlbändchen bei Suhrkamp in den späten 1980ern hat da einen Grundstein gelegt. Heute ist es vor allem die ausgezeichnete Werkausgabe von Klaus Amann im Wallstein Verlag, die das Lavant-Bild verändert. Und die Ö1 Literaturredaktion mit den Lyrik-Sendungen „Du holde Kunst“ und „Nachtbilder“, dem Hörspiel („Das Wechselbälgchen“, „Aufzeichnungen aus dem Irrenhaus“) u.a. versucht auch ihren Teil dazu beizutragen. Der 100. Geburtstag Christine Lavants etwa wurde auf Ö1 mit einem Programmschwerpunkt quer durch zahlreiche Sendungen gefeiert.

AT: Bis jetzt haben Sie in meiner Wahrnehmung vor allem Lyrik von Christine Lavant in ihren Sendungen gebracht, – wie denken Sie über ihre Prosa-Texte, die in der nunmehr vorliegenden 4-bändigen Werkausgabe, zum Teil erstmals publiziert wurden ?

Gudrun Hamböck: Ich muss zugeben, dass ich mich – mit Ausnahme des „Wechselbälgchens“ –  mit Lavants Prosawerk bisher nur oberflächlich befasst habe. Eine Lücke, die ich bald schließen werde. So weit ich das sagen kann, scheint mir ihr Prosawerk stärker in ihrer Zeit verhaftet zu sein, als ihre Lyrik.

AT: Planen Sie weitere Sendungen, in denen Werke von Christine Lavant zu hören sein werden ?

Für den 2. Oktober, dem Sonntag, an dem die/der neue Preisträger/in 2022 im Radiokulturhaus vorgestellt wird, planen Sie ein „Du holde Kunst“, Gedichte gelesen von Martin Vischer  – können sie uns schon verraten, was uns hier erwartet ?????

Gudrun Hamböck: Lavant-Gedichte werden in nächster Zeit in mehreren Ausgaben von „Du holde Kunst“ zu hören sein. Am 22. Mai liest Silvia Meisterle unter dem Motto „Unter dem Schutthaufen der Zeit hüte ich die Hoffnung“ Gedichte zu weiblicher Tapferkeit, von Lavant u.a. das wunderbare „Jedes Leid fällt von selbst“. Gleich am Sonntag darauf, am 29. Mai, liest Till Firit unter dem Motto „Drin in den Alpen ists noch helle Nacht“ Berggedichte – darunter eines von Christine Lavant. Und „Du holde Kunst“ am 2. Oktober ist ihr zur Gänze gewidmet. Martin Vischer wird acht ihrer Herbstgedichte lesen. Sie hat ja, wie ihr erstes Vorbild Rainer Maria Rilke, eine Menge davon geschrieben. Außerdem wartet noch eine schöne Sendung mit Liebesgedichten aus dem Nachlass, die ich mit der großartigen Andrea Jonasson 2018 aufgenommen habe, im Archiv darauf wiederholt zu werden.

Gudrun Hamböck ist Literaturredakteurin bei Ö1 und Producerin der Sendereihe „Du holde Kunst“.

Nachricht aus Czernowitz –

© Foto: privat, O. M.

Oxana Matiychuk aus Czernowitz ist Germanistin und Literaturwissenschaftlerin, arbeitet in an der Universität ebendort und versucht seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine den Spagat zwischen Lehre, Abholung und Verteilung der humanitären Hilfe und Korrespondenz (und am Rande noch Haushalt) zu schaffen. Und sie schrieb uns über Ihr Leben in diesen Kriegstagen:

Seit dem 24.Februar 2022 musste ich oft denken, dass die Realität nur ein (Alb)Traum ist, dass ich an einem Morgen aus einem kurzen unruhigen Schlaf erwache und, im Gegensatz zu Gregor Samsa, erleichtert feststelle, dass meine Welt wieder einigermaßen in Ordnung ist. Jedoch ist seit diesem Tag nichts mehr wie früher – für Millionen Menschen in der Ukraine und über ihre Grenzen hinaus, sowie für mich persönlich. Ich bekomme gleich am ersten Tag so viele Mails von Freunden und Bekannten aus dem Ausland, dass ich nach einigen Stunden des erstens Schocks immerhin einen rationalen Gedanken fassen kann und im Gespräch mit dem Direktor des Instituts für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas Dr. Florian Kührer-Wielach nach der Möglichkeit frage, ein Spendenkonto einzurichten. Mir ist klar, dass wir in unserer Region im äußersten Südwesten des Landes, in der unmittelbaren Grenze zu Rumänien, bald viele Geflüchtete Menschen haben werden. Und dass die Zivilgesellschaft, wie es 2014 der Fall war, auch viele Bedürfnisse für die Front decken muss. Das Ausmaß der Katastrophe kann ich an diesem Tag noch nicht erahnen. So wird die Spendenaktion „Netzwerk Gedankendach“ ins Leben gerufen. Seitdem behalte ich aus meinem früheren akademischen Leben nur noch die Lehre bei, die nach zwei Wochen Unterbrechung am 14.März wieder online aufgenommen wurde. Ansonsten werden die dank meiner vieljährigen Erfahrung im Kulturmanagement erworbenen Fähigkeiten, Kenntnisse und Kontakte für eine andere Art Management eingesetzt: Für die Anschaffung, Abholung und Verteilung von Hilfsgütern. Vier Universitätswohnheime wurden in die Flüchtlingsunterkünfte umfunktioniert. Wir bilden ein universitäres Freiwilligenteam. Wir erfahren eine großartige Unterstützung durch die Partneruniversität Stefan cel Mare in Suceava, weil beinahe alle Hilfslieferungen über Rumänien kommen. Wir lernen viele wunderbare Menschen kennen, die uns helfen wollen. Wir laden die Hilfsgüter in den ersten Wochen an der Grenze um und fahren später mit der Sondergenehmigung für männliche Kollegen weiter nach Rumänien, den Hilfstransporten ein Stück entgegen.  Es sind alles Erfahrungen, die ich nicht missen möchte, es schmerzt nur, dass die Umstände so tragisch sind.

Ich erfahre, dass eine Notgemeinschaft wie zur Zeit in unserem Haus, wunderbar funktionieren kann. Wahrscheinlich habe ich einfach Glück – mit Mutter und Tochter, die am 25.März aus Mariupol kommen, und mit einem Kollegen aus Zhytomyr, der zuletzt in Kyiv lehrte und lebte. Der Raum wird enger, dafür das Wahrnehmungshorizont weiter und die geografischen Kenntnisse präziser. Die Haushaltsführung profitiert eindeutig. Ich weiß bloß nach wie vor nicht, wie man mit Menschen aus Mariupol über ihre Stadt, die es nicht mehr gibt, spricht.

Über den Krieg und dessen Hintergründe gibt es sehr viel zu lesen, Wissenschaftliches und Literarisches, Sachlich-Analytisches und Dilettantisches, Rationales und Emotionales. Die aus Czernowitz gebürtige Schriftstellerin Chrystja Venhrynjuk, die in den letzten Jahren abwechselnd in der Ukraine und Bulgarien lebt, schreibt täglich Posts in Facebook für „meine werten Bulgaren“ über den Kriegsverlauf in der Ukraine. Ich kenne Menschen, die ihre Gefühle plötzlich in poetischen Zeilen ausdrücken, obwohl sie früher keinen Bezug zur Literatur hatten. Diese Texte haben freilich eine therapeutische und keine ästhetische Bedeutung. Oder sie sind Zeitzeugenberichte. Es sind Versuche, das Unfassbare, das Erlebte und das Traumatische zu artikulieren, um sich ein Stück davon zu befreien. Große Werke über diesen Krieg wird es erst später geben.

Diese Zeilen spiegeln mein persönliches Empfinden, meine persönliche Geschichte. Ich weiß, dass es vielen in meinem Bekanntenkreis ähnlich wie mir geht. Ich weiß aber auch, dass es vielen in meinem Bekanntenkreis anders ergeht. Es gibt Menschen, die sich neben ihrer eigentlichen Arbeit engagieren, und solche, die ihren alltäglichen Pflichten nachgehen, ohne sich zusätzlichen Aufgaben zu widmen. Es gibt Menschen, die stündlich Nachrichten lesen, und solche, die sich bewusst ausblenden. Alles ist Kriegsrealität, alles ist eine Frage der inneren Einstellung.

Christine Lavant im Theater AKZENT

Gerti Drassl, Foto © Yasmina Haddad

Nach Monaten der Lockdowns und Absagen vieler Veranstaltungen gibt es nun endlich wieder eine Möglichkeit die außergewöhnliche Präsentation von Christine Lavants Erzählung „Aufzeichnungen aus dem Irrenhaus“ mit dem Ensemble Brot & Sterne und der Schauspielerin Gerti Drassl zu sehen und zu hören:

23. März 2022 um 19.30 Uhr im Theater AKZENT,  
Theresianumgasse 18, 1040 Wien

Sechs Wochen verbrachte Christine Lavant als Zwanzigjährige freiwillig in der „Landes-Irrenanstalt“ Klagenfurt, nachdem sie einen Suizidversuch mit Medikamenten unternommen hatte. Elf Jahre später, im Herbst 1946 schrieb sie über ihre Erlebnisse mit Patientinnen, Pflegerinnen und Ärzten in der Institution Psychiatrie. Vor allem aber über ihre Selbstwahrnehmungen, die Zustände des eigenen Bewusstseins und Unterbewusstseins in dieser existenziellen Situation. Überscharf und mit höchster Intensität setzt die Autorin konkrete Situationen ins Bild, den Klinikalltag, die Behandlungen, die implizite Gewalt und die Strategien des Überlebens; alles ist dabei durchdrungen von apokalyptischen Phantasien. 

Gerti Drassl gestaltet diesen inneren Monolog mit Empathie und Präzision. Glasklar und eindringlich macht sie selbst die leisesten Zwischentöne hörbar. Die abstrakten Klänge von Brot & Sterne erzeugen eine akustische Kulisse, die den Text einbettet. Es entsteht eine Wort & Musik-Erzählung von großer Intensität. 

Das Ensemble Brot & Sterne mit Franz Hautzinger (Trompete), Matthias Loibner (Drehleier) und Peter Rosmanith (Perkussion) begleitet die Lesung mit sparsamen, aber umso eindringlicheren Klängen und schafft eine unvergleichliche Symbiose von Wort und Ton. 

Brot & Sterne, Foto © Hans Ringhofer

Weitere Informationen:
www.akzent.at 

Christine Lavant sollte an Schulen ihren festen Platz bekommen

Werner Pietsch, © KELAG

Mit der KELAG, der Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft, hat die Internationale Christine Lavant Gesellschaft einen neuen Sponsor-Partner und Unterstützer im Bemühen um das Werk Christine Lavants gefunden – ein willkommener Anlass um mit dem Leiter der Konzernkommunikation, Prok. Mag. Werner Pietsch ein kurzes Gespräch zu führen.

AT: Die KELAG hat in ihren vielfältigen Sponsoringprojekten immer schon eine große Nähe zur Literatur gezeigt – siehe Bachmann-Preis. Wie findet ein Energieunternehmen zur Literatur ? Oder besser was verbindet die KELAG mit dem literarischen Leben Kärntens ?

Werner Pietsch:‘
Kärnten ist gesegnet mit einem sehr großen Schatz an bedeutsamer Literatur. Warum das so ist, dafür gibt es viele Erklärungsversuche: Ist es das Zusammentreffen vieler Kulturen, ist es das melancholisch-kreative Gemüt der Menschen oder die hohe Sensibilität und Ausdruckskraft der Autorinnen und Autoren, die unser Land zu einem bevorzugten literarischen Biotop werden ließen ? Völlig egal ! Die Kelag hat als Kärntner Leitunternehmen eine gesellschaftliche Verantwortung, vielleicht sogar einen kleinen Bildungsauftrag. Von der Erkenntnis, dass Literatur in und für Kärnten wichtig und essentiell ist, zum Literatursponsoring ist es nur noch ein kleiner Schritt. 

AT: Warum haben Sie sich nun für ein Engagement in der Internationalen Christine Lavant Gesellschaft entschieden ? Ist es vor allem die Person der Dichterin, deren Werk neue Aufmerksamkeit erfährt oder aber geht es Ihnen auch um die Aktivitäten rund um den Christine Lavant Preis und die damit ausgezeichneten Schriftsteller und Schriftstellerinnen ?

Werner Pietsch:
Eigentlich hat Christine Lavant als Schriftstellerin und als außergewöhnliche Persönlichkeit schon Strahlkraft genug, um sich zu engagieren. Einerseits das Bemühen der Internationalen Christine-Lavant-Gesellschaft mit einem Preis den Blick noch stärker auf das großartige Werk der Dichterin zu richten und andererseits andere Autorinnen und Autoren zu unterstützen, macht ein Sponsoring noch zwingender.

AT:  Was, glauben Sie, sagt uns Christine Lavant heute, – ihre Texte, die von einem harten Leben erzählen, von Krankheit und Armut, die aber auch zornig sein können und hadern mit einem naiven Gottvertrauen ? Was können Zeitgenossen mitnehmen aus der Lektüre der Texte dieser Kärntner Dichterin ?

Werner Pietsch:
Ihre Prosa ist von zeitloser Einfachheit und Klarheit und doch sind ihre Geschichten so bildstark, traurig und trotzig zugleich. Das Lyrische Werk ist mindestens so beeindruckend, weil vielschichtig und voller Wehmut. Das Schreiben war ihre Leidenschaft, ihr Überlebensmittel, das spürt man in jeder Zeile.

AT: Was sollte getan werden, was braucht es, um Christine Lavant jungen Lesern und Leserinnen nahezu bringen ?

Werner Pietsch:
Das Werk von Christine Lavant gehört zum Kanon der österreichischen Literatur und sollte an den Schulen seinen festen Platz im Deutschunterricht bekommen. Aber auch die zeitgemäße digitale Aufbereitung von Lavant-Texten und deren Verbreitung auf einschlägigen Social-Media-Plattformen oder ein gut gemachter autobiographischer Film wären Möglichkeiten, Christine Lavant jungen Leserinnen und Lesern näher zu bringen.

AT: Darf ich Sie fragen, wie Sie persönlich Zugang zum Werk Christine Lavants gefunden haben ? Und wann ? Möchten Sie einen Text nennen, der Ihnen besonders nahe gegangen ist ?

Werner Pietsch:
Den Namen Christine Lavant hörte ich erstmals in der Volksschule von einem katholischen Pfarrer namens Thonhauser. Er stammte aus dem Lavantal und war mit Christine Lavant verwandt. Seine Erzählungen beeindruckten mich wohl so, dass ich mich viel später mit ihren Erzählungen und ihrem lyrischen Werk beschäftigte. Die Erzählung „Das Wechselbälgchen“, die traurige Geschichte eines von einer Magd unehelich geborenen, behinderten Mädchens, umgeben von einem gnadenlosen, ländlich, katholischen Milieu, ist mir besonders nahe gegangen.

Das Interview führte Annemarie Türk, Vorstandsmitglied der Internationalen Christine Lavant Gesellschaft.

Geschichtsbewusstsein und poetische Größe

Die Gewinnerin des Christine Lavant Preises 2021 im Gespräch mit Katja Gasser auf der Buch Wien am 13. November 2021

Maja Haderlap und Katja Gasser auf der Buch Wien
 ©  Tommy Schneider

Das Gespräch der Christine-Lavant-Preisträgerin Maja Haderlap mit der Literaturkritikerin Katja Gasser stieß auf großes Interesse und so waren die Zuschauerreihen der „Standard“- Bühne voll besetzt.

Katja Gasser eröffnete das Gespräch mit der Frage, welche Bedeutung Person und Werk Christine Lavants und ihr literarisches Schaffen für Maja Haderlap hatten und haben.  Sie erzählte, dass Christine Lavants Texte sie von Jugend an begleitet haben, auch wenn sie sich literarisch doch sehr unterscheiden und dies nicht nur durch die Sprache. In der Folge wurde der Weg von der Lyrikerin zur Prosaautorin nachgezeichnet. Während die ersten Lyrik-Veröffentlichungen noch und ausschließlich auf Slowenisch geschrieben wurden, wechselte Maja Haderlap bei ihrem ersten Roman „Engel des Vergessens“ die Sprache. Maja Haderlap sprach über diese schwierige Entscheidung, auf Deutsch über die schmerzhaften Erlebnisse ihrer Familie während der Jahre des Nationalsozialismus und über die Verfolgung der Kärntner Slowenen zu schreiben.

Das Thema der Zweisprachigkeit in Kärnten bestimmte schon sehr früh das Leben nicht nur der Schriftstellerin Maja Haderlap, sondern auch Ihrer Gesprächspartnerin Katja Gasser, und damit auch dieses Gespräch.

Leider war die Zeit viel zu kurz und viele der Besucherinnen bedauerten, dass diese Diskussion nicht weiter geführt werden konnte, denn sie hätten gerne mehr erfahren über Maja Haderlap und wie sehr Christine Lavant ins Hier und Heute herein wirkt.

Ein neues Filmprojekt über Christine Lavant

Medienkünstlerin Ina Loitzl
© Peter Putz

Die bildende Künstlerin Ina Loitzl stammt aus Kärnten und obwohl sie seit vielen Jahren in Wien  lebt und arbeitet, hat sie die Verbindung zu ihrem Heimatbundesland nie abreißen lassen.  Sie ist in die Kärntner Kunstszene sehr eingebunden und mit ihren Arbeiten in vielen Ausstellungen präsent. Sie pflegt aber auch eine Affinität zur Literatur, die immer wieder in ihren bildnerischen und filmischen Projekten zum Tragen kommt. Über ihre neueste Arbeit erzählt sie im Gespräch mit Annemarie Türk.

AT: Du hast in den letzten  Wochen einen Kurzfilm über Christine Lavant fertig gestellt. Nach einer Arbeit über Ingeborg Bachmann ist dies nun deine zweite filmische Auseinandersetzung mit einer Schriftstellerin. Was bewegt Dich, Leben und Werk von AutorInnen zum Thema Deiner künstlerischen Arbeit zu machen?

IL: Als ich 2006 von Prof. Friedbert Aspetsberger zu einem Animationsfilm über Ingeborg Bachmann eingeladen wurde, habe ich in der Recherche entdeckt, dass es keine bzw. wenig Erinnerungstafeln zu Ingeborg Bachmann in Klagenfurt gab. So waren z. B. keine bei ihrem Wohnhaus (das nun zu einem Bachmann Museum umgebaut wird) und ihrem Geburtshaus zu finden. Ihr Grab war eines von vielen am Friedhof Annabichl. Ich habe mich dann geleitet von ihrer Monographie und meiner Kamera in Klagenfurt auf die Suche nach ihren Spuren gemacht.

Es stellt für mich als Zeitungsleserin und Hörbuchverschlingerin einen großen Reiz dar – über Schriftstellerinnen, zu denen ich einen Bezug habe, nicht zuletzt durch die gemeinsame Kärntner Heimat – einen Film zu machen. Ihr Leben facettenhaft in Form eines Kurzanimationsfilms in meiner Bildsprache mit ausgesuchten Zitaten aus ihren Werken wiederzugeben. Das ist ein völlig neues Terrain für meine Arbeit. Und zusätzlich möchte ich mich für die mangelnde Präsenz von Künstlerinnen generell stark machen.

AT: Und warum nun Christine Lavant ?

IL: Als ich 2019 im Robert Musil Literaturmuseum mit Heimo Strempfl auf einen Kaffee saß  – neben der Tafel mit ihren Lebensdaten und dem nachgebauten Zimmer – wurde mir klar – die Lavant ist die Frida Kahlo der Kärntner Literatur ! Auch wenn das Zimmer dort noch so schrullig ist – ich liebe seit Kindestagen Heimatmuseen, da sie mir das Gefühl der Präsenz dieser Menschen aus einer vergangenen Zeit vermitteln. Die Lavant war mir auf einmal sehr nah.

In dem Moment entstand das Bedürfnis, einen Animationsfilm über sie zu machen. Zusätzlich gibt es zu meiner eigenen künstlerischen Arbeit Parallelen: Ich nähe Textilobjekte und Christine Lavant hat über viele Jahre ihr Geld als Strickerin verdient. Und ich fertige seit über 7 Jahren Scherenschnitte an, diese Praxis schafft eine Nähe zu den Holzschnitten von Werner Berg.

AT: Eine bildende Künstlerin entwickelt sicherlich einen ganz besonderen Blick auf eine Dichterin. Sind es biografische Momente und/oder das literarische Werk, das Dich dabei besonders interessiert ?

IL: Zuerst war es ihr Leben, ihr Leiden, ihre Kindheit und Jugend, ihre schwierige Beziehung zu Werner Berg, ihre besessenen Schreibphasen und ihr Aufenthalt in der Psychiatrie.

Durch diese Auseinandersetzung bin ich immer mehr in ihre Gedichte eingetaucht – und es wurde mir klar, wie sehr sie mit einem recht reduzierten Vokabular so wunderbar surreale Bilder erzeugen konnte – ihre Sprache ist unglaublich phantastisch und bildhaft zugleich – ein Geschenk für mich als bildende Künstlerin.

AT: Du hast einen sehr assoziativen Zugang gewählt – Textausschnitte, das Kopftuch, das für Christine Lavant so charakteristisch ist ….

IL: Ja natürlich kannte ich das Zitat von Fabjan Hafner – die Lavant ohne Kopftuch! Ich konnte überhaupt mit vielen viele Gespräche über sie führen. Das Kopftuch, das sie wegen ihrer Brandverletzungen trug, hat sie in die Ecke der kopftuchtragenden Frauen am Land gedrängt. Aber sie war – ähnlich traditionell, aber doch anders wie Frida Kahlo gekleidet – alles andere als angepasst. Sie hat geraucht, getrunken, sie muss unglaublich witzig und ironisch gewesen sein – wie mir erzählt wurde – und konnte eine ganze Runde unterhalten. Sie war ganz und gar kein altes Weiblein, sie schrieb auch nie in Mundart, was man vielleicht aufgrund ihres Äußeren hätte annehmen können.

Ich wollte sie zeitgenössischer darstellen, ins hier und heute holen – daher auch der Lolli, die Wasserwege in Form von Stauseen, Bächen, Wasserfällen, sie ging ja gerne spazieren; das Lungenbild, um ihre Krankheit zu thematisieren; ihren Geburtstag – als Jahr der freiwilligen Einweisung. Das leere Atrium, sie immer alleine im Raum – das soll auch ihre Konzentration auf ihre Tätigkeit – das Schreiben und Lesen – ins Bild rücken.

Lavant Lyrik
© Ina Loitzl

AT: Wie kam es zu dieser Textauswahl ?

IL: Das war ganz assoziativ und ich habe nachTexten gesucht, die das Thema Wasser behandelten– immerhin hat sie ihr Pseudonym auf den Fluss ihrer Umgebung aufgebaut. Weiters war ihre Einsamkeit immer Thema und die Nächte, ich denke – dass lag an ihren Schlafstörungen – in der Nacht vermittelt einem die Stille dieses Gefühl des Alleinseins.  Das manische Schreiben mit den vielen Papierschleifen – nicht enden wollendes Papier und eine intensiv bewegte schreibende Hand  – so war sie in ihrem Element.  

AT: Der Titel Deines Films – Ich, die Lavant – klingt sehr selbstbewusst, ist Ausdruck einer Selbstbehauptung der Dichterin.  Was bewog Dich, diesen Titel zu wählen ?

IL: Ich war geschockt – dass trotz der Preise, die sie zeitlebens erhielt, keine Monografie publiziert wurde. In Bachmanns Fall gab es eine. Kaum Filmmaterial – die Ausnahme bildet der mir im Robert Musil Literaturhaus gezeigte Schulfilm aus dem Jahr 1968.

Maja Haderlap hat die Erzählung „Das Wechselbälgchen“ dramatisiert und mit dem Puppenspieler Nikolaus Habjan  2015 im Wiener Volkstheater auf die Bühne gebracht. Ohne die Internationale Christine Lavant Gesellschaft wäre sie nicht sichtbar. Obwohl sie ein unglaubliches Werk geschaffen hat, das nun endlich in 4 Bänden erschienen ist. Dieses Schicksal teilen so viele Künstlerinnen, ohne ordentliche Nachlassverwaltung, ohne Monographien, ohne Museen, die ihr Werk betreuen, werden sie immer unsichtbarer. Im schlimmsten Fall verschwinden sie ganz.

AT: Wo ist dieser Film entstanden? Soviel ich weiß nicht in Kärnten, nicht im Lavanttal, sondern andernorts. Ein Zufall?

IL: Nein, ich war bei ihrem Grab in St. Stefan, am Thonhof – habe dort die ersten Filmversuche gemacht. Dann wurde mir klar, ich möchte sie aus diesem Tal herausholen, sonst bleibt sie ewig nur die Dichterin aus dem Lavanttal. Daher kam mir die drei-wöchige Artist in Residence Zeit auf Schloß Wiespach in Hallein gerade recht – das Wasser, die Salzach und ihre Nebenflüsse,  die Natur, die Altstadt mit der alten Architektur kamen mir sehr passend vor. Das blaue, künstlerisch gestaltete Zimmer am Dachboden des Schloß Wiespach waren dann der Tupfen auf dem I.

AT: Hast Du bei der Produktion dieses Films an eine bestimmte Zielgruppe gedacht oder einen bestimmten Ort ? Der Film über Ingeborg Bachmann ist ja im Musil Museum zu sehen ….

IL: Es sollte ein Film für jung und alt werden – ein Film für Lavant Groupies aber auch Kunst-, Film- und natürlich auch Literaturbegeisterte.

Es gab ein erstes Vorscreening zu den Donnerszenen gemeinsam mit dem Robert Musil Literaturmuseum und Dr. Heimo Strempfl im Sommer 2021 in Klagenfurt.

In Gmünd im Kulturkino hatte der Film im Oktober 2021 sein zweites Screening und ein weiteres kleines Publikum. Als Vorfilm vor einem französischen Film über eine Bibliothek zurückgewiesener Bücher: „Der geheime Roman des Monsieur Pick“. Auch Lavant hatte so viele Texte, die erst lange nach ihrem Tod veröffentlicht wurden.

Für Festivals hat der Film „I, die Lavant“ nicht die klassische Länge mit über 16 Minuten, für einen Kurzfilm ist er zu lang, und zu kurz für Spielfilme.

Daher wäre „I, die Lavant“ für einen musealen Raum mit einem permanenten Screening ideal. Ob er in das Lavant Zimmer in Klagenfurt findet oder in das Lavant Haus oder ins Werner Berg Museum in Kärnten?

Er sucht noch Asyl – über einen Ankauf durch das Land oder einer privaten Institution würde ich mich sehr freuen – mir schwebt auch eine Rauminstallation gepaart mit einem Filmscreening vor.

Zuerst müsste aber eine Institution Interesse zeigen – ich werde jetzt mal anklopfen – oder noch besser – ich bin offen für Vorschläge und Einladungen und Ideen.

Übrigens: bei den Donnerszenen – wo ich auch die Scherenschnitte, die dann kaum Teil des Films geworden sind, mit gezeigt habe – war ich so aufgeregt wie noch nie. Ich wusste nicht, wie Literaturaffine mit meinem Lavantbild umgehen würden. Es gab sehr positives Feedback danach – auch von meiner mit mir am Podium sitzenden älteren und geschätzten Kollegin Caroline.

Was für eine Freude für mich!

Manisches Schreiben
© Ina Loitzl

Gerne nehme ich Ideen und Vorschläge entgegen oder beantworte Fragen.
Sie erreichen mich unter:
Ina.loitzl@gmx.net
www.inaloitzl.net

Biographie
Ina Loitzl studierte am Mozarteum in Salzburg Grafik, Visuelle Medien und Textilkunst und in Wien an der Universität für Angewandte Kunst bei Prof. Peter Weibel. Sie arbeitet mit den unterschiedlichsten Medien – Fotografie, Trickfilm, Video, Objektkunst und Installation. Selbst Künstlerin, Ehefrau und Mutter, untersucht sie die verschiedenen Rollenbilder, die Frauenkörpern von der Gesellschaft zugeschrieben werden. Mit ihren textilen Objekten, führt sie traditionelle, weibliche Techniken in ihrer Skurrilität ad absurdum.

Die Liste der musealen Ausstellungen ist lang, international und reicht von der Albertina Wien bis zum National Taiwan Museum. Ihre Werke finden sich in vielen öffentlichen wie privaten Sammlungen in Österreich, Italien und Rumänien.

Zur Zeit sind fast alle ihrer Scherenschnittarbeiten im Museum Angerlehner in Thalheim bei Wels zu sehen. Bis 20. März 2022.

Internationale Christine Lavant Gesellschaft auf der Buch Wien 2021

2020 musste die Wiener Buchmesse aus Gründen der Pandemie abgesagt werden, 2021 aber wird die Begegnung von Verlegern, SchriftstellerInnen, ÜbersetzerInnen, LiteraturkritikerInnen und dem literaturbegeistertem Publikum wieder möglich sein. Die Messe Wien öffnet erneut die Tore und lädt zu einem lebendigen Austausch über Bücher.

Wie seit Jahren ist die Internationale Christine Lavant Gesellschaft auch 2021 zu Gast auf der Buch Wien. Katja Gasser, Mitglied des literarischen Beirats und künstlerische Leiterin des Österreich-Schwerpunkts bei der Leipziger Buchmesse 2023, spricht mit der sechsten Lavant-Preisträgerin Maja Haderlap über die Kärntner Dichterin und welchen Einfluss deren Werk auf sie und ihre literarische Arbeit hatte und hat.

Lavant-Preisträgerin Maja Haderlap,

Samstag, 13. November 2021 um 13 Uhr

Der Standard-Bühne, Geschichtsbewusstsein und poetische Größe – die Gewinnerin des Christine Lavant Preises 2021 Maja Haderlap  im Gespräch mit Katja Gasser

Eintritt nur mit 2G möglich. Aufgrund der sich laufend verändernden Verordnungen und Maßnahmen, bitte vor dem Besuch unter buchwien.at/covid19 sich über die aktuellen Regelungen informieren.

Messe Halle D

1020 Wien, Trabrennstraße – Ausgang U2 Krieau

Vorverkauf in allen Thalia-Buchhandlungen (28.9.-9.11.), im Online-Ticketshop: buchwien.at/tickets

oder an den Tageskassen

Neuer Literarischer Beirat

Klemens Renoldner © Sabine Mardo

In der Vorstandssitzung am 27. Mai 2021 wurde der seit der Gründung der Internationalen Christine Lavant Gesellschaft tätige Literarische Beirat mit großem Dank verabschiedet und die über 5 Jahre geleistete Arbeit gewürdigt. Neben der vierbändigen Werkausgabe, die vom Vorsitzenden des Beirats, Prof. Dr. Klaus Amann als Herausgeber erarbeitet wurde, war es vor allem die Initiative für den Christine Lavant Preis, der nicht nur an das Werk von Christine Lavant erinnern, sondern auch dessen Bedeutung für die nächsten Schriftstellergenerationen deutlich machen soll. Die Auswahl der bisherigen PreisträgerInnen war entscheidend, dass sich dieser Preis in den letzten Jahren sehr gut etablieren konnte und mehr und mehr mediale Aufmerksamkeit und Anerkennung in der Literaturszene erfährt.

Es ist gelungen, für den neuen Beirat großartige Persönlichkeiten des literarischen Lebens aus Österreich, Deutschland und Südtirol zu gewinnen. Für die kommenden 3 Jahre wurden folgende ExpertInnen berufen:

Dr. Katja Gasser leitet seit 2008 das Literaturressort des ORF. Sie war und ist Mitglied in mehreren Literatur-Jurys. 2007 erhielt sie den Prälat-Unger-JournalistInnenpreis und wurde 2019 mit dem Österreichischen Staatspreis für Literaturkritik ausgezeichnet.

Univ-Prof. Mag. Monika Rinck ist eine deutsche Schriftstellerin und verfasst Lyrik, Prosa und Essays, die sie in verschiedenen Verlagen und zahlreichen Anthologien veröffentlichte. Sie ist auch als Übersetzerin tätig und lehrte u. a. am Deutschen Literaturinstitut Leipzig, seit Oktober 2020 am Institut für Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. 2015 mit dem Kleist Preis, 2017 dem Ernst-Jandl-Preis und 2020 dem Berliner Literaturpreis.

Dr. Ferruccio Delle Cave leitet seit 1998 die Fachgruppe Literatur im Südtiroler Künstlerbund und ist seit 2008 dessen Vizepräsident. Er ist als freier Publizist und Kurator des internationalen „Lyrikpreises Meran“ und des „Franz-Tumler-Preises“ tätig.

Mag. Robert Huez,  war von 1992 bis 2008 Geschäftsführer des Vereins der Bücherwürmer in Lana/Südtirol. Seit 2008 leitet er das Literaturhaus Wien und die Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur. Veröffentlichungen in Zeitschriften, Anthologien, Kunst-Katalogen.

Martin Kusej wurde als Regisseur an vielen, namhaften deutschsprachigen und slowenischen Theater- und Opernhäusern bekannt. Von 2004 bis 2006 Schauspieldirektor der Salzburger Festspiele, wurde er 2011 zum Intendanten des Bayrischen Staatsschauspiels in München ernannt. Seit 2019 leitet er als Künstlerischer Direktor das Wiener Burgtheater. Seit 2013 hat er zudem eine Professur für Regie am Reinhardtseminar der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien inne.

Vorsitzender des Literarischen Beirats ist Dr. Klemens Renoldner.
Der Literaturwissenschaftler, Dramaturg und Schriftsteller Renoldner war am Burgtheater in Wien ebenso tätig, wie als Chefdramaturg der Wiener Festwochen, an den Münchner Kammerspielen, am Schauspielhaus Zürich und am Stadttheater in Bern. Von 1998 bis 2002 war er Schauspieldirektor, Chefdramaturg und Regisseur am Theater in Freiburg im Breisgau. Zahlreiche Lehraufträge an Universitäten in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Er war Gründungsdirektor des Stefan Zweig Zentrum der Universität Salzburg, das er von 2008 bis 2018 leitete. Als Schriftsteller veröffentlichte er Romane, Erzählungen, Essays und Theatertexte. Der neue Beirat wird noch im Juni 2021 seine Arbeit mit der Jury-Sitzung für den Christine Lavant Preis 2021 aufnehmen.

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